Im Glauben Wurzeln schlagen

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Was die Menschen unserer Zeit von früheren Generationen unterscheidet ist die Vielfalt von Bildern, Anregungen und Einflüssen, denen wir Tag für Tag ausgesetzt sind. In meiner Jugendzeit war der Fernseher noch eine relativ neue Erfindung. Manche haben damals schon von Reizüberflutung gesprochen.

Heute ist das natürlich Schnee von gestern. Wer ein Smartphone besitzt kann an beliebig jedem Ort Audio hören oder auch Videos und Web-TV anschauen. Zeiten im Zug oder an der Bushaltestelle kann man ohne weiteres durch diese neuen Medien füllen.

Das bedeutet, man entscheidet ziemlich schnell und spontan was einem gefällt. Kurz darauf stößt man vielleicht auf neue, andersartige Inhalte, die man dann vorzugsweise über sich ergehen lässt, bis man wieder etwas entdeckt.

Auch was Religion und Glaube betrifft, haben wir heutzutage Zugriff auf einen ganzen Markt an Möglichkeiten. Vor noch vielleicht hundert Jahren hat man hauptsächlich in der Kirche etwas über Gott gehört. Die Kirchen waren viel enger mit dem Staat verbunden als heute und man hat auf ihre Verlautbarungen mit ähnlichem Respekt gehört, als wenn ein Fürst oder ein Staatsbeamte irgendwelche Anweisungen gegeben hätte.

Worauf lasse ich mich ein und wie ernsthaft tue ich es? Wie reagiere ich, wenn ich in der Bibel lese und wenn Gott mich ansprechen und zu sich einladen möchte?

Je mehr wir uns allen möglichen Einflüssen Tag für Tag aussetzen, umso leichter kann es sein, dass unser Christsein eine eher oberflächliche Sache ist. Wahrer Glaube besteht nicht nur aus Äußerlichkeiten. Religiöse Imagepflege macht noch keinen Christen aus. Zeiten, in denen man gründlich über Bibelworte nachdenkt, sind wesentlich.

Juli 2014 203hellerMOPT

Im Gleichnis vom Sämann spricht Jesus von Samen, der auf einen Boden mit felsigem Untergrund fällt. Er sagt, dieser Same geht alsbald auf. Aber wenn die Sonne heiß darauf scheint, verdorrt diese Pflanze weil sie keine tiefen Wurzeln hat. (Vgl. Lukas 8,6+13).

Im Volksmund spricht man von einem Strohfeuer, das schnell auflodert. Aber das Stroh verbrennt auch ziemlich schnell und dann ist es um das Feuer schon geschehen. Es bietet keine Wärme mehr und man kann auch keine Würstchen darauf braten.

Man bezeichnet Leute als wetterwendisch, die sich je nach Situation grundsätzlich anders verhalten. Freilich, wer überleben oder erfolgreich sein will, muss in der Lage sein, sich auch auf sich wandelnde Umstände einzustellen. Wer ein Christ sein will, sollte sich aber als Christ verstehen, egal unter was für Leuten er gerade ist.

Auch Gläubige haben Schwächen und wissen nur Stückweise was es bedeutet mit Jesus zu leben. Christsein beinhaltet aber eine grundsätzliche Entscheidung: Mein ganzes Leben soll Jesus gehören. Ich will mit ihm und für ihn leben.

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Was ist nun ein felsiger Untergrund, der der Pflanze des Christseins nicht erlaubt tiefe Wurzeln zu schlagen? Ich denke man kann danach fragen wo man hatzherzig und rücksichtslos ist.

Wer sich angewöhnt hat, die Stimme seines eigenen Gewissens zu betäuben, wenn es um Anweisungen aus den zehn Geboten über zwischenmenschliches Verhalten geht, verhärtet damit sein Herz. Auf die Botschaft Gottes hört man dann nur noch solange es vorteilhaft erscheint. In der ersten Dürrezeit vertrocknet diese Pflanze, weil sie keine tiefen Wurzeln hat.

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