Das Joch Jesu im Vergleich zu anderen Jochen

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Inzwischen habe ich vieles darüber geschrieben, was es bedeutet, wenn Jesus sagt: „Nehmt auf euch mein Joch…“. Ich habe darüber nachgedacht, was ein Joch im wörtlichen Sinne ist. Ich habe Gedanken mitgeteilt, was diese Worte für uns praktisch bedeuten können.

Außerdem habe ich ein paar andere Stellen im Neuen Testament behandelt, wo von einem Joch die Rede ist. Auffallend war, dass das Wort ‚Joch‘ in diesen Parallelstellen, in einem negativen Sinn gebraucht wird. Sicherlich konnte ein Joch etwas Schweres und Unangenehmes sein.

In einem weiteren Vers, den ich bislang nicht besprochen habe bezieht sich das Wort ‚Joch‘ gar auf die Beziehung zwischen einem Sklaven und seinem Herrn. Ich habe ein paar Mal angefangen über diesen Vers zu schreiben, aber von einer Veröffentlichung abgesehen. Sklaverei ist ein komplexes Thema.

Mir scheint, viele von uns, neigen dazu mit einem Joch etwas Negatives zu verbinden. Ausgenommen sind natürlich die, die dieses Wort ausschließlich aus glühenden Predigten über das Joch Jesu in Matthäus 11,29 kennen.

Manche Bauern aus Entwicklungsländern, die auch heute noch Zugtiere benutzen, würden sich vermutlich darüber freuen, wenn sie in der Bibel eine bildliche Rede entdecken, wo es um Dinge geht, die für sie alltäglich sind. Ähnlich haben wohl auch die Menschen im Neuen Testament auf die Worte Jesu reagiert.

Trotzdem möchte ich noch einmal die Frage stellen: Was ist nun das Positive am Joch Jesu? Ist das überhaupt eine frohe Botschaft, wenn Jesus uns auffordert: „Nehmt auf euch mein Joch…“?

  1. Es gibt Umstände, die uns belasten oder denen wir in irgendeiner Form unterworfen sind. Manche Pflichten nehmen uns sehr in Anspruch. Menschen verlangen manchmal zu viel. Einige werden durch suchtartige Gewohnheiten und Triebe versklavt. In vielen Ländern fehlt es an politischer Freiheit. – Wir werden ermutigt, von all dem wegzuschauen. Wir brauchen uns nicht ausschließlich auf Dinge zu konzentrieren, denen wir hilflos ausgeliefert sind. Stattdessen sollen wir danach fragen, was Gott uns sagen würde. Es ist besser ihn als Herrn zu haben, als der Willkür von Menschen und Mächten schutzlos unterworfen zu sein.

  2. In Matthäus 11,30 betont Jesus: „Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Luther 84). In anderen Übersetzungen heißt es: „Mein Joch drückt nicht“. Je nach Beschaffenheit eines Jochs konnte dieses für Tiere recht unangenehm sein. Bildlich gesprochen spricht Jesus hier von einer artgerechten Tierhaltung. Außerdem sagt er, als unser Herr würde er uns weder ausbeuten noch hart unterdrücken.

  3. Die Worte Jesu, die direkt auf seine Aufforderung sein Joch aufzunehmen folgen, sprechen Bände. Er sagt: “Lernt von mir!“ Situationen und Erlebnisse, aus denen wir lernen können, haben etwas Positives. Wir können einen Nutzen für unsere Zukunft daraus ziehen. Lernen ist eine Bereicherung.

Wo die Bibel von Jesus als einem Jochführer spricht, der uns die Chance gibt zu lernen, könnte man auch einen zeitgenössischen Vergleich verwenden. Auch ein Trainer oder Coach verlangt manchmal viel von seinen Schützlingen. Doch das Ziel ist, dass sie sich entfalten können. Sie bekommen die Chance zu wachsen. Das bringt Gelassenheit und innere Ruhe mit sich.

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