Ein Zöllner, der einer der Jünger Jesu wurde

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Jesus war verschrien als ein „Freund der Zöllner und Sünder“. Er gab sich mit Menschen ab, die in den Augen der religiösen Gesellschaft sträflich versagt hatten.

Jesus pflegte sich zu verteidigen und zu sagen, ein Arzt sei schließlich auch nicht für die Gesunden da, sondern für die Kranken. So wollte er sich als religiöser Lehrer um die Menschen kümmern, die gestrauchelt waren.

Jesus verfolgte diese Strategie und machte damit positive Erfahrungen. Manche der Zöllner, denen Jesus begegnete, waren willig, sich von ihm im Wort Gottes unterweisen zu lassen. Kürzlich habe ich die Geschichte vom Zöllner Zachäus erwähnt.

Ein anderer Zöllner hieß Matthäus und wurde einer der zwölf Jünger. „Und als Jesus von dort wegging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus, und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.“ (Matthäus 9,9/Luther’84).

Gleich im Anschluss daran, wird uns berichtet, dass Jesus zu Gast im Hause des Matthäus war. „… da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern.“ (Vers 10).

Die Gesetzeslehrer kritisierten Jesus, weil er mit diesen Menschen zu Tische saß. Jesus verknüpft sein Verhalten und die Empörung der Pharisäer mit einer geistlichen Lektion. Er verweist seine Kritiker auf einen Vers aus dem Alten Testament.

Er sagt zu seinen Jüngern und zu den Pharisäern: „Geht aber hin und lernt was das heißt: ‚Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.‘ Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“ (Matthäus 9,13 mit Zitat aus Hosea 6,6).

Jesus lehrt also, man solle mit Menschen, die gestrauchelt und auf Abwege geraten sind, barmherzig sein. Er vermittelt diesen Gedanken durch seine Worte. Doch wichtiger noch, er lehrte, indem er Barmherzigkeit lebte.

Er war bereit mit diesen Menschen Zeit zu verbringen. Er erinnerte sie daran, dass sie auch zum Volk Gottes gehörten. Er gab ihnen eine Chance, ihr eigenes Leben zu überdenken.

Jesus sah es als seinen göttlichen Auftrag an, sich gerade um die Menschen zu kümmern, die in der religiösen Gesellschaft Außenseiter waren, und die man lieber mied. Gerade sie wollte er zu Gott zurückrufen.

Die Zöllner waren berufsbedingt Kompromisse mit der heidnischen Besatzungsmacht eingegangen. Das konnte leicht dazu führen, dass sie sich Gewohnheiten aneigneten, die nach dem jüdischen Gesetz bzw. nach Gottes Geboten verkehrt waren.

Schon seit frühester Zeit wurde Matthäus der Zöllner, der Jünger Jesu als der Verfasser des Matthäusevangeliums angesehen. Er schrieb das erste Buch im Neuen Testament, wodurch auch wir vieles über Jesus erfahren können, was wir sonst vielleicht gar nie wissen könnten.

Jesus hatte sich in das Leben dieses Mannes investiert und ihn im Glauben unterwiesen. Dieser Einsatz Jesu hat sich gelohnt, denn Matthäus seinerseits sollte viele Menschen lehren und durch seine Aufzeichnungen auf Jesus hinweisen.

Lernt von mir