„Lehre mich glauben, Herr!“

Dez14Jan15 011T

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24 – Jahreslosung für 2020)

Wie schon in vergangenen Jahren möchte ich auch heuer in wenigstens einem Beitrag auf die Jahreslosung eingehen. Dieses Jahr geht es um Glauben.

Glaube und glauben sind Worte, die Jesus den Evangelien zufolge oft gebraucht hat.

Glauben war demnach für Jesus ein wichtiges Thema. Wenn Jesus uns in Matthäus 11,29 auffordert, von ihm zu lernen, dann bedeutet das sicher auch, dass wir über Glauben nachdenken sollen.

  • Manche tendieren dazu, das Wort „glauben“ auf ein intellektuelles für wahr Halten bestimmter Glaubenssätze zu reduzieren. Man denkt sich, Glaube ist, wenn man bereit ist, beispielsweise die Aussagen des apostolischen Glaubensbekenntnisses zu akzeptieren.
  • Andere verknüpfen „glauben“ mit Grundsätzen des positiven Denkens wie etwa: „Man muss nur daran glauben, dann kann man vieles im Leben erreichen.“ Oder auch: „Man sollte nur positive Dinge sagen und keine Zweifel bezüglich der eigenen Ziele und Hoffnungen verbreiten.“

Meines Erachtens greifen beide Sichtweisen zu kurz. Ich möchte erklären, warum ich so denke.

In meiner Kindheit habe ich oft in der Bibelübersetzung „Die Gute Nachricht“ gelesen. Die Worte „Glaube“ und „glauben“ die wir vom Luthertext her kennen, wurden in dieser Übersetzung jeweils durch „Vertrauen“ und „vertrauen“ ersetzt.

Wenn wir als Christen von Glauben sprechen, geht es darum, dass wir Gott vertrauen möchten.

  • Das beinhaltet freilich, dass wir den Worten Gottes in der Bibel Glauben schenken.
  • Dazu gehört aber auch, dass wir vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint.

Die Geschichte hinter der Jahreslosung:

Ein Mann, der zu Jesus kam hatte ein Problemkind. Dieses Kind litt unter Symptomen, die uns an epileptische Anfälle erinnern. Schon des Öfteren war es deswegen in Lebensgefahr geraten, weil es in ein Feuer oder ins Wasser fiel.

Ich kann nur erahnen wie schwer es für den Vater gewesen sein muss, sein Kind immer wieder so leiden zu sehen. Er sagte zu Jesus: „Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“

Jesus wollte ihm aus seiner Verzweiflung heraushelfen und verwies ihn auf die Möglichkeiten des Glaubens. „Du sagst: Wenn du kannst – alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt.“

Eine neue Sichtweise

Wenn wir von unseren Schwierigkeiten wegsehen und über unsere Beziehung zu Jesus nachdenken, bekommen wir eine neue Sichtweise. Bei Jesus können wir lernen zu vertrauen, dass er es gut mit uns meint und dass er größer ist als unsere Probleme.

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Wer Jesus vertraut braucht sich in Gedanken nicht verzweifelt auf schwierige Lebensumstände zu fixieren. Wer Jesus vertraut wird bereit, sich auch auf die Themen Jesu und seine Anfragen an uns einzulassen.

Wenn wir die Jahreslosung und Antwort dieses Mannes lesen, stellen wir fest, dass er nicht sagte, er habe das Thema Glauben für immer erfüllt und abgehakt. Er machte Jesus auch keine Vorwürfe: „Meinem Kind geht es so schlecht und du belastest mich auch noch, indem du mich auf meinen Glauben ansprichst!“

Er sagte: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Er wusste, einerseits vertraute er Gott. Andererseits stellte er fest, dass es ihm in vieler Hinsicht an Gottvertrauen mangelte. Aus dieser Erkenntnis machte er ein Gebet!

Gott um Glauben bitten

In einem älteren Gebetslied singen und beten wir: „Lehre mich glauben, Herr, lehre mich flehn! Kindlich, vertrauensvoll, lehre mich flehn!“. Es ist gut, wenn wir die Worte der Jahreslosung auch beten: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

 

 

Hier geht es zum vollständigen Text dieses Liedes. Hier kann man dieses Lied auch anhören.

Wer die Jahreslosung im Zusammenhang lesen möchte, kann das hier tun!

 

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