„…und vergib uns unsere Schuld…“

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Sünde und Schuld ist ein zentrales Thema in der Bibel und im christlichen Glauben. Dennoch kommt die Bitte um Vergebung unserer Schuld im Vaterunser erst an fünfter Stelle. Im Folgenden ein paar Gedanken, die mir dazu eingefallen sind.

Manche, die aus irgendwelchen Gründen von Schuldgefühlen geplagt werden, könnten sagen, sie möchten auf jeden Fall und zu allererst diese unerwünschten Empfindungen loswerden. Doch Jesus hat seine Jünger Beten gelehrt und andere Anliegen vorangestellt.

Eine wesentliche Frage scheint mir zu sein: Wann fühlen wir uns eigentlich schuldig? Wie kommt es dazu dass wir etwas was wir gesagt oder getan haben bedauern?

Mir scheint, wenn es uns schlecht geht, machen wir uns viel leichter Gedanken über unser Verhalten. Hätte ich meine Probleme vermeiden können, wenn ich in dieser oder jener Situation anders geredet oder gehandelt hätte?

Nehmen wir an, wir haben uns auf bestimmte Ziele (oder auch Lebensziele) konzentriert und uns dafür eingesetzt. Wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt, sind wir leicht dabei uns zu fragen, ob das eigentlich die ganze Mühe wert war oder wir fühlen uns eben schuldig, weil wir irgendwie die ganze Sache vermasselt haben.

Aber sind diese Schuldgefühle unbedingt identisch mit dem was Gott meint, wenn in der Bibel von Sünde die Rede ist? Gott sieht die Dinge aus einer anderen Perspektive als wir. In der Bibel stehen gesellschaftliche Werte wie Erfolg und Karriere nicht an erster Stelle.

Nicht alles was uns veranlasst, uns schuldig zu fühlen oder ins Grübeln zu kommen ist in Gottes Augen Sünde. Unsere Werte sind nicht automatisch identisch mit dem was Gott wichtig ist.

Deshalb macht es Sinn, dass wir uns im Gebet zunächst auf Gottes Werte besinnen. Wir drücken Gott unser Vertrauen aus und beten darum, dass sein Name geheiligt werde, dass sein Reich komme und dass sein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden.

Wenn wir darum beten, dass Gottes Wille geschehe, bringen wir damit auch den Wunsch zum Ausdruck, dass wir selber Gottes Willen tun möchten. Es ist auch die Bitte, dass Gott uns hilft, seinen Willen zu tun.

Grundlegende Dinge über Gottes Willen erfahren wir in den zehn Geboten und im Doppelgebot der Liebe. Es ist gut, über diese Weisungen Gottes nachzudenken. Es ist richtig, danach zu fragen, wie unser eigenes Denken, Reden und Tun im Lichte der Bibel aussieht.

Wenn wir anfangen, über Gottes Willen für unser Leben nachzudenken, beginnen wir zu verstehen, was in Gottes Augen Sünde ist. Die Bitte ‚Vergib uns unsere Schuld‘ gewinnt dann an Bedeutung für uns.

Wer gesundheitliche Probleme hat wird sich vielleicht Gedanken über seinen Lebensstil machen. Schließlich gibt es bestimmte anerkannte Zusammenhänge. Doch in der Bitte um Vergebung unserer Schuld geht es um weit mehr.

Menschen betrauern vielleicht einen Misserfolg bei einer Klassenarbeit. Gott fragt danach, ob jemand beispielsweise Lügen über andere verbreitet hat. Wer Gottes Vergebung sucht, sollte sich auf Gottes Werte besinnen.

Varerunser

 

 

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