Gedanken zur Berufung Jeremias

IMG_2586

Jeremia war ein Prophet zur Zeit des Alten Testaments. Er lebte mehrere Jahrhunderte bevor Jesus Christus auf der Erde weilte. Dennoch möchte ich seine Geschichte heute verwenden, um die Worte Jesu in Matthäus 11,28-30 zu veranschaulichen.

Wir erfahren nichts über das Leben Jeremias bevor Gott ihm begegnete und ihn berief. Er lebte zur Zeit eines der frommen Könige im Südreich Juda. Zur Zeit König Josias hatte man im Tempel Schriftrollen entdeckt. Der König war begierig, die Worte und Gebote Gottes zu hören, die darauf geschrieben standen. Unter seiner Herrschaft hatten viele der Einwohner des Landes Gelegenheit, sich wieder auf ihren Gott zu besinnen.

Sicher war Jeremia ein frommer und aufrichtiger Mann. Ich würde davon ausgehen, dass er mit Gottes Geboten vertraut war. Doch eines Tages geschah etwas Besonderes. Ich möchte sagen, er hatte ein Erlebnis, das ihn erquickte und das seinem Leben eine neue Richtung und neue Motivation gab.

Gott der Herr redete zu Jeremia. Wir erfahren nicht auf welche Weise er das Reden Gottes vernahm. Jeremia wusste aber genau, dass es Gott war, der zu ihm sprach. Er berichtet: „Und des Herrn Wort geschah zu mir: Ich kannte dich ehe ich dich im Mutterleibe bereitete und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.“ (Jeremia 1,4+5/Luther 1984).

Man mag sich mit der Bibel beschäftigen und vieles anwenden. Jemand kann ein frommer Mensch sein und Gutes tun. Es ist aber immer etwas Besonderes, wenn ein Mann oder eine Frau ein Wort von Gott empfängt. Wenn Gott uns persönlich anspricht, dann bekommt alles, was wir seither als praktizierte Frömmigkeit ansehen, eine neue Bedeutung. Wir werden erquickt. Wir empfangen neue Motivation. Wir lernen etwas darüber, wie Gott über uns denkt.

Wenn ich das Erlebnis Jeremias betrachte, möchte ich zuerst festhalten: Gott sagte Jeremia, dass er ihn schon immer kannte. Gott behandelte Jeremia nicht wie einen Fremden. Gott wusste, wer Jeremia war und wie er sich fühlte.

Das Reden Gottes war keine zwanghafte Erfahrung für Jeremia. Der junge Mann durfte Gott frei heraus antworten. Jeremia hatte Bedenken angesichts dieser Berufung: „Ach Herr, ich tauge nicht zu predigen, denn ich bin zu jung.“

Gott half Jeremia über diese Selbstzweifel hinauszuwachsen. „Der Herr aber sprach zu mir: Sage nicht: ‚Ich bin zu jung‘, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der Herr.“ (Verse 7+8).

Er würde nicht von sich aus zu den Menschen sprechen müssen. Er würde im Auftrag des lebendigen Gottes reden. Das würde seine Legitimation sein, um auch zu Leuten zu reden, die älter sein würden als er selbst.

„Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.“ (Vers 9). Wie hat sich wohl das Leben Jeremias verändert, als Gott seinen Mund berührte? Als Jesus Menschen berührte wurden viele geheilt. Wenn Gott den Mund eines Menschen berührt bedeutet das, dass Gott jemanden ausrüstet und für seine eigenen Zwecke beiseite nimmt.

In Matthäus 11,19 sagt Jesus: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir…“ Jeremia hatte eine Begegnung mit Gott. Er war bereit, den Auftrag, den Gott für ihn hatte anzunehmen. Er wurde ein Prophet und verkündete den Menschen die Worte Gottes.

Jeremias Auftrag war nicht einfach. Seine Aufgabe war es seine Volksgenossen zu warnen. Viele hatten sich von Gott abgewandt. Jeremia sollte die Menschen zur Umkehr rufen.

Doch allzu oft stieß der Prophet auf taube Ohren. Seine Botschaft war oft nicht willkommen. Doch Gott war bei ihm.

Jetzt habe ich noch einen Vers aus dem Buch Jeremia, in dem das Wort ‚erqicken‘ vorkommt. Es ist der nächste Vers in meiner in vergangenen Beiträgen erwähnten Liste.

Der Vers, den ich jetzt zitieren werde, würde auch gut zu der Thematik auf meinem englischen Blog ‚Motiation of Christian Love‘ passen. Der Vers zeigt die Einstellung Jeremias und seine Liebe für das Volk, dem er eine so ernste Botschaft bringen musste.

Jeremia musste ankündigen, dass Gott das Volk bestrafen würde. Feinde würden heraufziehen, aber Gott würde seinem Volk nicht beistehen. Sie hatten sich von Gott abgewandt und sie würden alleine mit diesem Problem fertig werden müssen.

Jeremia musste wegen seiner Predigt vieles erleiden. Er freute sich aber trotzdem nicht darauf, dass die Strafe Gottes für seine Volksgenossen kommen würde.

Auch wir sollen Gottes Auftrag für uns annehmen. Jesus sagt: „Nehmt auf euch mein Joch.“

Weiter sagt Jesus, wir sollen von ihm lernen, weil er „sanftmütig und von Herzen demütig“ ist. Wir sollen von Jesus lernen unsere Mitmenschen zu lieben.

Der Prophet Jeremia drückt seine Liebe für das abtrünnige Volk mit den folgenden Worten aus. Er hatte gerade ein Gottesgericht angekündigt, aber er bekundet seine Gefühle: „Was kann mich in meinem Jammer erquicken? Mein Herz in mir ist krank.“ (Jeremia 8,18).

Jeremia wollte nicht, dass sein Volk bestraft wird. Er wünschte sich, dass sie zu Gott umkehren und ihr Leben ändern.

Auch Jesus bedauerte, dass viele nicht auf seine Worte gehört hatten. (Matthäus 11,20-24). Schließlich rief er aus: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir: denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.