Gott vertrauen

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Fenster in der Ruine eines Klosters

 

„Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben. Warum versucht ihr nun Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen können?“ (Apostelgeschichte 15,8-10).

Hängt es von unseren frommen Leistungen ab, ob wir vor Gott bestehen können? Haben etwa nur die Stärksten und Besten eine Chance von Gott geliebt und beachtet zu werden?

Heute schreibe ich nochmals über die gleichen Verse wie letzte Woche aber beziehe mit ein, was Petrus unmittelbar zuvor sagte. Petrus hatte gerade an ein Erlebnis erinnert, als der Geist Gottes ihn geführt hatte, in das Haus eines römischen Hauptmannes zu gehen, der Boten zu ihm geschickt hatte. Als Jude wäre Petrus normalerweise nicht in das Haus eines Heiden gegangen.

Damals hatte Petrus den bei Hauptmann Kornelius versammelten Menschen das Heil in Jesus Christus verkündigt. Daraufhin hatte Gott auf die versammelten Menschen seinen Heiligen Geist ausgegossen ähnlich wie die Jünger Jesu es an Pfingsten erlebt hatten. (Vgl. Apostelgeschichte 10).

„Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns…“ Gott wusste, was in den Menschen im Haus des Kornelius tatsächlich vorging. Gott kennt die Herzen der Menschen. Er kennt unsere inneren Gesinnungen und Absichten. Petrus wertete die Tatsache, dass die damals versammelten Menschen den Geist Gottes empfingen, als ein klares Zeichen dafür, dass Gott diese Menschen angenommen hatte.

„…und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben.“ Gott hatte erkannt, wie die Zuhörer des Petrus im Hause des Kornelius es meinten. Gott hatte es diesen Menschen geschenkt, dass sie nicht nur die Botschaft hörten, sondern auch wirklich Zuversicht gewannen und Vertrauen fassten.

Vertrauen ist ein anderes Wort für Glauben. Es entstand eine neue Vertrauensbeziehung zwischen diesen Menschen und dem Gott Israels.

Im alttestamentlichen Gesetz gab es Vorschriften zur äußerlichen Reinigung. Hier stellt Petrus fest, dass Gott die Herzen dieser Menschen durch den Glauben gereinigt hatte. Wenn wir anfangen, Gott zu vertrauen, dann hat das eine Auswirkung auf die Gesinnungen und Absichten unseres Herzens.

Man kann viele äußerliche Vorschriften befolgen ohne Gott von Herzen zu vertrauen. Die ersten Christen hatten gelernt, auf Gott zu hoffen und ihm zu vertrauen. Das brachte ihnen eine neue Lebensqualität.

Zuvor hatten viele empfunden, dass Gott weit weg von ihnen sei. Sie wussten um Gottes Gebote und Gesetze. Sie wussten, dass sie in vielem versagt hatten und von Gott abgewichen waren. Deshalb erlebten sie viele Segnungen Gottes auch nicht.

Jetzt hatten sie eine neue Blickrichtung gewonnen. Sie schauten nicht mehr zuerst darauf, wie sie sein müssten und was Gott alles von ihnen verlangen würde. Sie vertrauten Gott.

Einst hatte Jesus sie ermutigt, vertrauensvoll zu ihm zu kommen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid…“ (Matthäus 11,28). Jetzt galt es, an diesem Vertrauen festzuhalten.

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.