Gedanken zum Vaterunser: Das Wörtlein ‚unser‘

 

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Es gibt ein Wort, das sich im Vaterunser wiederholt. Ich meine das Wort ‚uns‘ mit seinen Formen ‚unser‘ und ‚unsere‘.

Im Lukasevangelium lesen wir, dass Jesus irgendwo alleine gebetet hatte. Dann fragte ihn einer seiner Jünger: „Herr lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.“ Er wollte, dass Jesus ihnen, den Jüngern beibringt, wie sie beten sollten. Die Jünger waren mehrere, daher das Wort ‚uns‘ in dem Mustergebet Jesu. (Vgl. Lukas 11,1-4).

Dabei ist es manchmal wichtig, dass wir von einem allgemeinen ‚uns‘ zu einem persönlichen ‚ich‘ übergehen. Schließlich werde ich in der Bibel gefragt, wie ich persönlich zu Gott stehe. Wenn ich sage, dass ich selber gesündigt habe oder Fehler gemacht habe, ist das viel verbindlicher als wenn beim Karneval gesungen wird: „Wir sind alle kleine Sünderlein, ‘s war immer so, ‘s war immer so.“

Der Bibel zufolge werden wir alle – jeder für sich – einst vor Gottes Richterstuhl stehen. Wohl dem, der dann weiß, dass er sein Leben Jesus geweiht hat, und dass Gott ihm seine Sünden vergeben hat.

In meinem heutigen Beitrag möchte ich aber noch etwas anderes betonen. Wer an Jesus glaubt, ist nicht allein. Es gibt auch andere, die Jesu Jünger sein möchten.

Jesus hat großen Wert darauf gelegt, dass seine Jünger sich auch gegenseitig in Liebe und Wertschätzung begegnen sollten. „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,34+35/Luther ’84).

Wenn ich mich auf den Weg mache, um Jesus nachzufolgen, soll ich auch an die anderen denken, die auf dem gleichen Weg sind. Auch sie sind nur Schüler Jesu wie ich selbst. Sie haben in ihrem Glaubensleben manches gelernt. Sie haben aber auch ihre Schwachpunkte – genauso wie ich.

Nicht immer kann man eindeutig erkennen, wer wirklich von Herzen glaubt und Jesus nachfolgt. Auch in Kirchen und Bibelkreisen gibt es Mitläufer, die nur äußerlich dabei sind. Obwohl sie regelmäßig kommen, haben sie, wesentliche Inhalte des Glaubens nicht wirklich verstanden oder innerlich nachvollzogen. Es ist oft nicht klar ersichtlich, wer sich aufrichtig und von Herzen bekehrt hat.

Wenn wir das Vater unser beten, können wir alle Menschen, die wir kennen oder nicht kennen in unsere Bitten mit einschließen, wenn wir sagen: „Dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe…“.

Es ist aber auch wichtig, dass wir für Mitchristen beten, die auch Gott als ihren himmlischen Vater erkannt haben. Es gibt auch außer mir selbst Menschen, die an Jesus Christus glauben, die er liebt und denen er vergeben hat.

Jünger Jesu sollen sich gegenseitig lieben. Wie besser können wir das lernen, als wenn wir füreinander beten?

Wenn wir für andere Gläubige beten, dass sie im Glauben wachsen und es lernen, ihr Leben nach Gottes Willen auszurichten, wird das auch uns selber helfen, besser zu verstehen worum es im Glauben geht. Es gehört zum Wesen christlicher Gemeinschaft, dass wir füreinander beten sollen.

 

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Varerunser

 

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