Gott als Vater

In der Bibel geht es viel um Beziehungen zwischen Gott und Menschen. Im Alten Testament ist von Gott und seinem Bundesvolk Israel die Rede. Im Neuen Testament stehen alle die im Vordergrund, die sich Gott durch den Glauben an Jesus Christus nahen.

Beziehungen leben nur zum Teil von grundsätzlichen Vereinbarungen. Beziehungen wollen gepflegt werden.

Beten ist eine Möglichkeit, um mit Gott in Kontakt zu bleiben. So verwundert es nicht, dass die Jünger Jesu sich mit der folgenden Frage an ihn wandten: „Herr, lehre uns beten!“ (Vgl. Lukas 11,1-3). Wir kennen die Antwort Jesu als das Vaterunser.

Beziehungen zwischen Gott und Gläubigen werden in der Bibel durch unterschiedliche Bilder beschrieben. Wir lesen von dem Hirten und seiner Herde oder auch von einem Gärtner und seinen Pflanzen. In letzter Zeit habe ich viel über ‚das Joch Jesu‘ geschrieben. Auch das ist eine bildliche Beschreibung dafür wie sich eine Beziehung zwischen Gott und Mensch gestalten kann. Die Menschen damals hatten Nutztiere, die sie durch Joche führten.

Im Gebet des Herrn finden wir einen weiteren bildlichen Ausdruck. Gott wird ein Vater genannt.

Freilich ist das weit mehr als nur ein Bild. Jesus lehrt uns, Gott als Vater anzusprechen. Im Vergleich dazu wird uns nie gesagt, wir sollten Gott unseren Hirten oder unseren Gärtner nennen. Wenn Jesus uns Gott als Vater vorstellt, ist das eine Hauptaussage des Neuen Testamentes. Einen Vater und seine Kinder verbindet viel mehr, als beispielsweise einen Hirten und seine Herde oder einen Jochgeber und sein Nutztier.

Im Johannesevangelium lesen wir, dass die Leute, die Jesus aufnahmen, in besonderer Weise Gottes Kinder werden durften: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“ (Johannes 1,12+13/Luther 84).

Es gibt einen Sprachgebrauch wonach alle Menschen Gottes Kinder sind, weil wir alle Gottes Geschöpfe sind. In der eben zitierten Bibelstelle geht es aber um weit mehr. Hier ist die Rede von einer persönlichen Kindschaftsbeziehung des Gläubigen zu Gott.

Im Römerbrief Kapitel 8 lesen wir: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“ (Verse 14+15). Das Wort ‚Abba‘ ist Ausdruck einer vertrauten Beziehung etwa so wie wenn Kinder ‚Papa‘ sagen.

Wie kann so eine Vertrauensbeziehung zu Gott entstehen? Ein Anfang kann etwa das folgende Gebet sein: „Herr Jesus bitte vergib mir all meine Sünden und meine Schuld. Nimm mich an so wie ich bin. Sei du der Herr in meinem Leben. Ich möchte, dass du durch den Heiligen Geist in meinem Herzen wohnst! Ich möchte ein Kind Gottes sein. Lehre mich Gott wie einem Vater zu vertrauen. Lass auch mich zu den Menschen gehören, die aus tiefstem Herzen beten können: Vater unser im Himmel.“

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Ein Gedanke zu „Gott als Vater

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