Gedanken zum Umgang mit Erschöpfung und Frustration

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Die Geschichte von Elia im Alten Testament kann mich auf viele Themen bringen, die ich interessant finde. Ich werde aber darauf achten, dass ich mich auf Aspekte beschränke, die für den Zweck dieses Blogbeitrags relevant sind.

Viele benutzen das 19. Kapitel im ersten Buch der Könige um Aspekte oder Verlaufsformen einer Depression zu veranschaulichen. Ich möchte diese Geschichte und depressive Verstimmungen allgemein lieber in ihrem Zusammenhang betrachten. Der Zusammenhang eines Problems bietet oft Ansätze wie man dieses bewältigen oder wenigstens eindämmen kann.

Ereignisse, die unmittelbar vorausgingen, können ein Auslöser für einen depressiven Gemütszustand gewesen sein. Wenn man die Umstände oder psychische Belastungszustände benennen kann, die zu größeren seelischen Schwierigkeiten geführt haben, hat man einen Vorteil. Günstigenfalls geht es einem deutlich besser, wenn man es lernt mit solchen Auslösern richtig umzugehen.

Auf alle Fälle ist es wünschenswert, dass Bewältigungsversuche sich nicht nur auf vage Spekulationen und Vermutungen gründen. Es ist besser, wenn man wenigstens irgendwelche Zusammenhänge kennt.

Warum reden nun manche von einer Depression im Falle Elias? In Elia 19,3 lesen wir, dass Elia sich zu dieser Zeit wünschte zu sterben. Sich den Tod herbeisehnen kann ein Symptom einer Depression sein.

Ich habe mir also über die vorausgehende Geschichte Gedanken gemacht und würde das Problem Elias mit den Worten Erschöpfung, Frustration und Angst beschreiben. Elia hatte sich sehr verausgabt.

Er hatte im Vertrauen auf Gott versucht, den Verlauf der Geschichte seines Volkes zum Positiven zu verändern. Er wollte sein Volk zurück zum Glauben an Gott führen.
Als nun die heidnische Königin und Frau des Königs von Israel dem Elia ankündigte, sie wolle dafür sorgen, dass er spätestens am nächsten Tag umgebracht wird, wusste Elia sich nicht nur selber in Lebensgefahr. Er hatte sich sehr eingesetzt, aber er musste erkennen, dass alles umsonst sein könnte.

Diese Machthaberin würde weiterhin die Menschen vom Glauben an Gott abringen. Dazu würde sie Gewalt benutzen. Sie würde ihren heidnischen Kult weiter fördern und ihre eigene Macht ausbauen. Ihr persönliches Machtstreben würde sie über die Rücksicht auf Recht und Gesetz stellen.

Elia war erschöpft, weil er sich persönlich verausgabt hatte und weil er merkte, dass er seine Ziele letztlich nicht erreicht hatte. Er war frustriert. Jetzt flößte die Drohung der Königin ihm Angst ein.

Diese Umstände gingen ihm im wahrsten Sinne des Wortes aufs Gemüt. Im Folgenden möchte ich anhand der weiteren Geschichte benennen, was dem Elia geholfen hat, seine große Niedergeschlagenheit zu überwinden.

 

  1. Elia flüchtete und lief um sein Leben. Er rannte in das Gebiet des Südreiches Juda, wo ein anderer König herrschte. Dort war er erst einmal in Sicherheit.

  2. Als Elia sich wünschte zu sterben, betete er. Er sagte: „Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter.“ Ich möchte hier nicht empfehlen, um den eigenen Tod zu beten. Doch mit diesem Gebet, angesichts seiner Lebensgefahr, legte er sein Schicksal in Gottes Hände. Er war bereit, sein Leben und alles was ihm wichtig war, loszulassen. Er stellte keine Forderungen an Gott. Mir scheint, dass er im Herzen auch zu Gott gesagt hat: „Dein Wille geschehe!“ Er überließ es Gott, wie alles weitergehen würde.

  3. Als nächstes legte er sich hin und schlief. Er war so weit zur Ruhe gekommen, dass er schlafen konnte. Zweifellos war er auch durch die körperliche Anstrengung seiner Flucht müde genug. Schlafen kann heilende Wirkung haben. Oftmals sieht die Welt ganz anders aus, wenn man sich nur wieder einmal richtig ausschläft. (Vgl. Vers 5a).

  4. Schließlich wurde er von einem Engel geweckt. Der Engel befahl ihm etwas zu essen. Ausreichende und gesunde Ernährung ist gut für unser seelisches Wohlbefinden.

  5. „Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen.“

  6. „Und der Engel des Herrn kam zu zweiten Mal und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (Vers 7). Der Engel Gottes bereitete Elia auf ein neues, messbares Ziel vor.

  7. Als er gegessen und getrunken hatte, rannte Elia vierzig Tage und vierzig Nächte lang bis er den Berg Horeb erreichte. Offensichtlich war er eine überaus athletische Persönlichkeit. Wer sich erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt weiß, kann diese eventuell auch dadurch bewältigen, dass er sich körperlich anstrengt. Sport hat eine ausgleichende Wirkung. Freilich sollten wir dabei auch unsere körperlichen Grenzen berücksichtigen. Übertriebene körperliche Anstrengung kann auch schädlich sein.

  8. Schließlich erreichte er den Berg Horeb, den Berg Gottes. In dieser Gegend hatte Gott einst dem Mose die zehn Gebote gegeben. Dort konnte Elia sich in Ruhe auf die Werte besinnen, für die er sich jahrelang eingesetzt hatte. Er war weit genug weg von seinen Feinden und er konnte sich sammeln.

  9. Am Berg Horeb hatte er eine neue Begegnung mit Gott. Dabei sollte man beachten, dass Gott weder in dem Erdbeben noch in dem Sturm war. Als ein stilles, sanftes Säuseln kam, hörte Elia Gottes Stimme. Auch wir werden Gottes Stimme viel eher hören können, wenn wir innerlich zur Ruhe kommen. Wenn wir ruhig werden, kommen wir viel leichter auf vernünftige Gedanken.

  10. Gott gab Elia verschiedene Anweisungen was er tun sollte. Besonders hervorheben möchte ich, dass er einen Mann berufen sollte, der ihn begleiten würde, und der eines Tages sein Nachfolger als Prophet sein könnte. Wenn wir geeignete Personen in unsere Ziele und Bemühungen einbeziehen können, sind wir nicht mehr alleine. In Begleitung wird vieles leichter. Offensichtlich hatte Elia sich sehr darum gesorgt, was nach seinem Tod aus dem Volk Israel werden würde. Nun durfte er einen Nachfolger ausbilden.

 

Nun habe ich einige Aspekte der Geschichte Elias erzählt. Ich habe praktische Schritte benannt, was man tun kann wenn man aufgrund von anscheinend vergeblichen Bemühungen erschöpft ist. Manche dieser Empfehlungen sind allgemeiner Natur. Andere setzten einen gesunden Glauben an Gott voraus.

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5 Gedanken zu „Gedanken zum Umgang mit Erschöpfung und Frustration

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