Jesus und Menschen in Not

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„Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.“ (Römer 12,16+17/Luther 1984).

Letztes Jahr habe ich viele Beiträge unter der Kategorie „Die Sanftmut Jesu“ veröffentlicht. Jetzt habe ich angefangen unter der Kategorie „demütig“ ein weiteres Wort aus Matthäus 11,29 zu behandeln, das dem ersteren sehr ähnlich ist.

Zugegeben, ich habe etwas gezögert, jetzt noch einmal ausführlicher auf das Wort „demütig“ einzugehen. Wird mein Blog nicht vielleicht einseitig, wenn ich gleich wieder ganz ähnliche Dinge wie letztes Jahr hervorhebe.

Ich stelle aber fest, dass beide Worte – sanftmütig und demütig – für das Verständnis von Matthäus 11,28-30 sehr wesentlich sind. Diesen Gedanken finden wir schon am Anfang des elften Kapitels im Matthäus-Evangelium.

Zu Beginn des Kapitels lesen wir, dass Johannes der Täufer, der zu der Zeit ein Gefangener des Herodes war, zu Jesus senden ließ. Seine Jünger sollten Jesus fragen: Bist du derjenige, auf den wir warten sollen?

Wenn Johannes der Täufer früher nach seinem Auftrag gefragt wurde, hatte er immer mit einem prophetischen Wort aus Jesaja geantwortet. Jesus antwortet nun in Anlehnung an andere Verheißungen aus dem Alten Testament, um seine eigene Berufung zusammenfassen.

Ich denke, man könnte die Worte Jesu an Johannes als eine Art „Mission Statement“ des Herrn bezeichnen. Freilich war das nicht nur ein Zitat aus den Heiligen Schriften, sondern Jesus verwies auch darauf, was zu dieser Zeit durch ihn tatsächlich sehr häufig geschah: „Blinde sehen und Lahme gehen. Aussätzige werden rein und Taube hören. Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt ….“ (Matthäus 11,5).

Abgesehen davon, dass Jesus viele Wunder tat, kann man feststellen, dass Jesus ein besonderes Augenmerk auf die Armen und Benachteiligten hatte. Diesen Menschen widmete er sich. Mit dem eingangs zitierten Pauluswort könnte man sagen: Jesus hielt sich herunter zu den Niedrigen.

Freilich redet Paulus im obigen Vers nicht über das Verhalten Jesu. Vielmehr ermahnt er die Nachfolger Jesu.

Wenn man auf Menschen achtet, an denen andere vielleicht achtlos vorbeigehen, kann man vieles lernen:

  • .Man kann erkennen, was das wesentliche im Leben ist, was das Menschsein eigentlich ausmacht.
  • Manchmal sieht man auch wie andere, die man sonst vielleicht bewundert, sich tatsächlich verhalten. Es kommt vor, dass Menschen gerade die Armen und Schwachen für ihre eigenen Zwecke ausnutzen.

Es gibt aber auch noch geistliche Gründe, warum Christen ein Augenmerk auf die Niedrigen haben sollten:

  •  Menschen, die ihre Armen und Kranken zu Jesus brachten, durften erleben, wie Jesus  half. Daran konnten sie etwas von Gottes Liebe erkennen. So konnten sie merken wer Gott wirklich ist. So konnten sie die richtige Perspektive bekommen, um Gottes Gebote zu verstehen. Sie bekamen die Möglichkeit, um ihr eigenes Leben anhand von Gottes Weisungen zu ordnen.
  • Gott segnet gerade die Niedrigen, die nicht sich selbst für klug halten.

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