Vor Gott das Herz ausschütten

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„… Ich habe mein Herz vor dem Herrn ausgeschüttet.“ (1. Samuel 1,15/Tageslosung für 31.01.20)

Hanna war eine fromme Israelitin. Ihr Mann ging jedes Jahr auf die Reise zur Stiftshütte in Silo, um Gott zu opfern und um ihn anzubeten.

Hanna hatte eine große Not. Sie war kinderlos.

Ihr Mann hatte noch eine zweite Frau, die hatte ihm Söhne und Töchter geboren. Besonders wenn sie nach Silo reisten kränkte und reizte diese andere Frau die Hanna sehr, weil sie kinderlos war. Hanna nahm sich das sehr zu Herzen, so sehr, dass sie nicht mehr essen wollte.

Ihr Mann sprach zu Hanna: „Hanna, warum weinst du und warum isst du nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?“ (Vers 8). Diese Worte veranlassten Hanna mit den anderen mitzuessen.

Danach ging sie zur Stiftshütte. Sie betete zu Gott. Sie schüttete Gott ihr Herz aus. Sie sprach nicht hörbar. Sie bewegte nur ihre Lippen.

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Manchmal haben wir Nöte und Probleme, die uns sehr beschäftigen. Hanna wandte sich mit ihrem Anliegen an Gott.

Es ist gut, wenn wir in solchen Situationen unser Herz vor Gott ausschütten. Wir dürfen Dinge, die uns sehr wichtig sind und die uns Not machen vor Gott bringen.

Gott hat Mittel und Wege, um Nöte zu wenden. Er kann große Dinge tun.
Es mag sein, dass Gott unser Gebet nicht so erhört wie wir uns das vorstellen. Doch wenn wir Gott unser Herz ausschütten und ihm unsere Anliegen bringen, können wir eine neue Gelassenheit gewinnen.

Wenn wir Gott offen sagen, was uns beschäftigt, können wir frei werden, damit wir uns wieder neu für Gott öffnen. Wir können eine neue Sicht auf unsere Lebensumstände bekommen.

Wenn wir angesichts einer Not vertrauensvoll beten, kann uns das auch helfen, empfänglich für Gottes Reden zu werden. Wenn wir beten, können uns Dinge wichtiger werden, die in Gottes Augen einen hohen Stellenwert besitzen.

Hanna brachte ihre Not und ihre Kinderlosigkeit vor Gott. Sie bat Gott um einen Sohn. Dabei entschied sie sich, sie würde diesen Sohn nicht für sich selbst und für ihre eigene Bequemlichkeit wollen. Sie wollte diesen von Gott geschenkten Sohn wiederum Gott zurückgeben. Ihr Sohn sollte sein Leben lang Gott geweiht sein.

Gott erhörte Hannas Gebet. Hanna gebar einen Sohn und nannte ihn Samuel, denn sie hatte ihn von Gott erbeten.

Hanna entschied sich, sie wollte dieses Kind, nachdem es entwöhnt war, zum Haus Gottes bringen und es Gott weihen. So kam es, dass Samuel im Haus Gottes aufwuchs. Später wurde Samuel ein Richter und ein Prophet. Er wurde zum Segen für sein ganzes Volk.

Wir dürfen Gott unsere Nöte und Anliegen bringen. Ein Psalmist weiß: „Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht gehört.“ (Psalm 66,18/Luther 1984).

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