Wie wichtig ist der christliche Glaube?

rain of snow in town painting

Photo by Lisa Fotios on Pexels.com

Wenn ich zurückblicke, bekomme ich den Eindruck, dass in unserer Gesellschaft das Interesse am christlichen Glauben zurückgegangen ist. Das manifestiert sich freilich in der Zahl der Kirchenaustritte. Aber das ist sicherlich nur wie die Spitze eines Eisbergs.

In meiner Jugendzeit kann ich mich an viele Diskussionen erinnern. Mitschüler hatten Gegenargumente gegen den christlichen Glauben. Aber das zeigt auch, dass wir damals über diese Themen nachgedacht haben.

Ich fürchte, dass viele dieser Diskussionen, die damals auch innerkirchlich geführt wurden, heute für viele nicht mehr so aktuell sind. Ich befürchte, dass es heute viel mehr Leute gibt, für die der christliche Glaube einfach nur noch eine Erscheinung der Vergangenheit ist, für die sie sich nicht besonders interessieren.

Es ist eine Sache, wenn Menschen sich gegen kirchliche Lehren oder Gepflogenheiten auflehnen. Aber es ist noch viel ernster, wenn große Teile der Gesellschaft den christlichen Glauben einfach abhaken.

In meiner Jugendzeit (und freilich auch heute noch) war es mir wichtig, den christlichen Glauben auf mein eigenes Leben anzuwenden. Ich brauche Gottes Vergebung und möchte mit ihm leben. Die Bibel ist für mich Gottes Wort. Daraus kann ich vieles lernen, was für mich und meinen Glauben wichtig ist.

Manchmal war es sehr enttäuschend für mich, wenn Theologen sehr leichtfertig mit biblischen Kernaussagen umgegangen sind. Viele hätten die Bibel eher nur als eine Sammlung religiöser Schriften bezeichnet, die irgendwelche menschlichen Erfahrungen mit religiös überhöhten Worten beschreiben.

Heute möchte ich sagen, es wäre gut, wenn wieder mehr Menschen in unserer Gesellschaft in der Bibel lesen würden. Man muss nicht zuerst daran glauben, dass die Bibel eine Botschaft Gottes an uns Menschen ist.

Ein Ziel meines Blogs ist deutlich zu machen, dass die Bibel sich mit menschlichen Erfahrungen und Problemen beschäftigt. Wer darin liest, kann mindestens so viele Anknüpfungspunkte finden, um über das eigene Leben nachzudenken und Dinge zu verarbeiten, wie wenn man ein anderes Buch liest oder einen Film anschaut.

Die Personen, die uns in der Bibel vorgestellt werden, sind nicht überhöhte Heldenfiguren. Es sind Menschen wie du und ich, mit menschlichen Empfindungen, mit Stärken und Schwächen.

Ich möchte so weit gehen zu sagen, selbst wenn an dem christlichen sonst nichts dran wäre, gibt es viele psychologisch hilfreiche Aussagen in der Bibel. Viele täten gut daran, über das christliche Menschenbild nachzudenken.

Die Betonung der Bibel auf Nächstenliebe, Frieden und Gerechtigkeit ist gut für jede menschliche Gesellschaft. Selbst wenn Jesus heute nicht lebendig wäre, oder wenn es Gott nicht gäbe, die Lehren der Bibel können ein positiver Einfluss auf das menschliche Leben und die Gesellschaft sein.

Die gute Nachricht ist: Jesus lebt heute. Er war bei Gott von Ewigkeit her. Er wurde als Mensch geboren wie wir.

Es hat viele Menschen gegeben, die wie Gott werden wollten. Aber Jesus war Gott und er wurde ein Mensch. – Frohe Weihnachten!

Reise z. 3.Advent 2011 004

 

13 Gedanken zu „Wie wichtig ist der christliche Glaube?

  1. Na, was sind die „Kirchen“ denn heutzutage?
    und welche „anderen Ersatz-Religionen“ gibt es? (auch in den Kirchen?!!)

    Mein Einstieg war vor zwei Jahren ja Matthäus 23 – für mich als sozialdemokratisch-akademischen Atheisten mit einer „Abscheu“ vor Autoritäten, wie Pharisäern,
    genau der richtige Einstieg.
    Schaut man sich die beiden deutschen „Groß-Kirchen“ an …
    und wie weit sie verschmelzen und dabei das „Wort“ verlieren (die eine ja schon etwas länger …) –
    doch das ist nur mein Eindruck als Externer und Ex-Atheist …

    Alles Liebe, Jesus kommt (2. Advent!?!)
    Raffa.

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  2. Hallo Raffa! – Ludwig Feuerbach hatte Machthaber seiner Zeit kritisiert, sie würden Religion benutzen, um ihre Untertanen bzw. Untergebenen gefügig zu halten. Er sagte Religion sei wie wenn man dem Volk Opium verabreicht. Mit dieser Begründung hat er Religion abgelehnt. In Matthäus 23 finden sich in etwa ähnliche Gedanken, was den Umgang einer religiösen Elite mit einfachen Leuten betrifft. Jesus aber spricht sich nicht gegen Religion bzw. den Glauben aus. Vielmehr fordert er, man solle die richtigen Schwerpunkte setzen. Glaube und Barmherzigkeit sind ihm wichtiger als das Befolgen von äußerlichen und spitzfindigen Regeln.

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  3. Yepp, genau das ist es.
    Der steuernden, verführerischen Elite eben nicht auf den Leim zu gehen, welche das mißbrauchen, was …
    wie du es schon passend in den Fokus stellst,
    was das „Essentielle“ ist.
    Jesus spricht aber auch nicht von „Religion“, von „Institutionen und Organiationen“, sondern eher über die persönliche, direkte Beziehung …

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  4. Wir haben einen Widersacher, der durch verschiedene Kanäle versucht, die Menschen von der Bibel und vom wahren Glauben abzuhalten. Es sind mittlerweile sehr viele Zeitfresser vorhanden. Ein paar Beispiele sind das Smartphone, besser gesagt der Umgang mit dem Gerät und die Apps, die genutzt werden. Dann muss man sich ja noch Gedanken machen, wie man mit anderen mithalten kann, sich ständig vergleichen, anderen Angeboten nachjagen. Karriere steht sehr weit oben. Es gibt doch so viele Freizeitangebote, da hat die „langweilige“ Kirche doch keinen Stellenwert mehr.
    Ich hoffe und bete, dass die Menschen ihre Erfüllung irgendwann in Jesus finden, die Bibel entdecken und sehen, dass es spannend ist, was darin geschrieben steht.

    Thessalonicher 2,1-12

    Herzliche Grüße
    Die Königstochter

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  5. Hallo „Königstochter“, ja hoffen und beten ist sicher der richtige Weg oder zumindest der richtige Ausgangspunkt. – Nun ist schon der 1. Januar. So wünsche ich Dir ein gesegnetes neues Jahr!

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  6. Hallo Raffa, ja das ist richtig. Der persönliche Glaube ist worauf es ankommt. Man kann vielleicht bei einer christlichen Gruppe mitschwimmen. Aber eine persönliche Beziehung zu Jesus entsteht, wenn ich meine eigene Sündhaftigkeit anerkenne, Jesu Vergebung annehme und fortan mit Jesus leben will. Die Gemeinde Jesu im biblischen Sinn ist die Gemeinschaft begnadigter Sünder, die nicht nur ein Glaubensbekenntnis nachplappern, sondern die es auch auf ihr eigenes Leben beziehen.

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  7. Hallo Raffa, ja das ist richtig. Man kann vielleicht in einer christlichen Gruppe mitschwimmen. Aber eine persönliche Beziehung zu Jesus entsteht dann, wenn ich meine eigene Sündhaftigkeit erkenne, Jesu Vergebung annehme und fortan mit ihm leben will. Gemeinde Jesu im biblischen Sinn ist eine Gemeinschaft begnadigter Sünder, die nicht nur ein Glaubensbekenntnis nachplappern, sondern die es auch auf ihr eigenes Leben beziehen. – Auch Dir alles Gute für 2020!

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  8. Danke für deine Worte,
    die feine Conclusio
    und diese zwei Worte, welche mein Herz „singen lassen“:
    „Gemeinde Jesu“, welche dem Weg folgen, als Nachfolger, ohne dieses „menschlich-organisatorische Lametta“, samt Kategorien und Machtstrukturen.
    Der Maßstab ist eben nicht von dieser Welt, auch wenn wir diese „kleine Bedingungsanleitung“ in unseren Händen wissen dürfen — doch auch da kommen wir Menschen immer wieder auf die Idee, diese Worte (auch kritisch, wie „wissenschaftlich“) zu hinterfragen, stat das wir es „zulassen“, daß wir uns „wegen der Worte“ hinterfragen.
    Doch hier mache ich wohl ein tiefes, pharisäerisches Faß auf, obwohl es gar nicht nötig … sein kann!
    Wenn wir erkennen und erfahren, was uns ins Herz geschrieben ist, haben unsere Taten ein „ganz andere Qualität“ und Intention.

    Freuen wir uns über das „Erkennen“ und die Schritte, welche wir daraus „setzen“.

    Alles Liebe,
    Raffa.

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  9. Schön zu lesen, dass die zwei Worte „Gemeinde Jesu“ Dein Herz singen lassen! Dazu gehören übrigens auch Menschen, die traditionellen Kirchen angehören…Manche könnten auch Dinge schätzen, die Du vielleicht als „menschlich organisatorisches Lametta“ bezeichnest.

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