Sanftmut am Kreuz

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Zurzeit versuche ich das Wort „sanftmütig“ zu erklären. Heute ist Karfreitag. Die Sanftmut Jesu zeigt sich in der Karfreitagsgeschichte insbesondere in seinen Worten als er bereits am Kreuz hing.

„Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: ‚Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,33+34a/Luther 1984).

Eine Kreuzigung war eine schmerzhafte Hinrichtungsart. Jesus wurde zwischen zwei Verbrechern hingerichtet. D.h., er selbst wurde wie ein Verbrecher behandelt, obwohl er niemandem etwas Böses getan hatte. Dennoch fand er Worte und betete für seine Peiniger und die Verantwortlichen.

Mancher hätte in solch einer Situation darum gebetet, Gott solle Feuer vom Himmel regnen lassen und die Täter und Hintermänner verzehren oder dergleichen. Nicht so Jesus. Er bat seinen himmlischen Vater, er möge diesen Menschen vergeben.

Jesus erkannte, dass sie nicht wirklich wussten, was sie taten, als sie ihn hinrichteten. Sie hatten nicht erkannt, dass er tatsächlich Gottes Sohn war. Ihnen war nicht klar, dass sie sich letzten Endes gegen Gott selbst stellten.

Auch die Männer, die zu seiner Rechten und zu seiner Linken gekreuzigt worden waren, hatten angefangen Jesus zu verspotten, so wie die anderen. Doch einer von ihnen erkannte, dass sie ja etwas getan hatten, was Strafe verdiente. Jesus aber habe nichts Schlechtes getan, was eine Kreuzigung zur Folge haben müsste.

„Und der sprach: Jesus gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Jesus hatte selbst in dieser Situation ein offenes Ohr für diese Bitte eines reumütigen Sünders. „Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ ( Lukas 23,42+43).

Nur der Evangelist Johannes berichtet uns, Jesus habe als er schon am Kreuz hing auch noch seine Mutter und einen seiner Jünger direkt angesprochen. Demnach müssen diese zumindest eine Zeit lang ganz in Rufweite gewesen sein.

Der Jünger, um den es hier geht, wird nicht namentlich bezeichnet. Wir gehen davon aus, dass es Johannes selbst war.

Wie es sich für einen guten Sohn schickt, kümmerte Jesus sich darum, wie es seiner Mutter ergehen würde nachdem er tot wäre. Kurz vor seinem Tod richtete er ein freundliches Wort an seine Mutter und an diesen Jünger. Er schlug vor, sie könnten sich gegenseitig in ihrer Trauer beistehen und trösten.

„Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester. Maria, die Frau des Klopas und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: ‚Frau, siehe, das ist dein Sohn! ‘ Danach spricht er zu dem Jünger: ‚Siehe, das ist deine Mutter! ‘ Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ (Johannes 19,25-27).

Selbst als Jesus schon am Kreuz hing, dachte er noch an andere Menschen. Er betete für seine Peiniger. Er hatte freundliche Worte für den reuigen Verbrecher, für seine Mutter und den Jünger, ‚den er liebte‘. Auch am Kreuz erwies sich Jesus als „sanftmütig und von Herzen demütig“.


2 Gedanken zu „Sanftmut am Kreuz

  1. Unfassbar, was Jesus auszuhalten im Stande war! Und ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Er hat nicht nur am Kreuz noch an andere Menschen gedacht, sondern weil er nur für andere gelebt und an andere gedacht hat, ist er ans Kreuz gegangen! Sein ganzes Leben war ein Opfer an die Menschheit, damit er die verlorenen Schafe zum Vater zurück bringt! Die Liebe unseres Gottes findet einfach keine Worte, aber die trägt einen Namen: „Jesus!“

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