Jesu Interesse an Menschen in Not

Vögel, Gerstenfeld 010

 

„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen. Zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ (Lukas 4,18+19/Luther 1984).

Als Jesus einmal an einem Sabbat in der Synagoge in seiner Heimatstadt Nazareth war, nahm er eine Jesaja-Schriftrolle und verlas die obigen Verse. Schließlich erklärte er den gespannt wartenden Zuhörern: „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ (Vers 21).

Diese Verse sind deshalb so wichtig, weil Jesus sie als eine Formulierung seiner Lebensaufgabe, seiner Berufung versteht. Er weiß sich von Gott zu den Armen und Notleidenden in seinem Volk gesandt.

Als Johannes im Gefängnis war, sandte er Boten zu Jesus. Johannes ließ ihn fragen, ob er derjenige sei, den Gott senden wollte und auf den sie warten sollten. Jesus antwortete mit den Worten: „Geht hin und sagt Johannes wieder was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen. Aussätzige werden rein und Taube hören. Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.“ (Matthäus 11,5). Auch hier zitiert Jesus Worte aus dem Propheten Jesaja, um seinen Auftrag zu beschreiben.

Freilich hat er nicht nur davon geredet. Viele, die sich in aussichtslosen Situationen befanden, bekamen von Jesus entscheidende Hilfestellung. Zahlreiche Menschen, die krankheitsbedingt nichts oder nur wenig zu ihrem Lebensunterhalt beitragen konnten, wurden geheilt.

Wenn wir die Heilungsgeschichten in den Evangelien lesen, sehen wir, dass Gott durch Jesus sich tatsächlich der Nöte einfacher Menschen angenommen hat. Auch durch sein Predigen und Lehren hat er vielen neuen Mut und Hoffnung vermittelt. Sinngemäß sagte er ihnen: Gott hat euch nicht vergessen. Wendet euch zu ihm! Hofft auf Gottes Hilfe!

Jesus wusste sich gesandt: „…zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ (Lukas 4,19). Er kam diesem Auftrag nach und er konnte sagen: „und Armen wird das Evangelium gepredigt.“ (Matthäus 11,5).

Auch uns können diese Worte Jesu Mut machen. Jesus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.

Auch heute interessiert er sich für unsere Nöte. Er fragt nicht in erster Linie danach, inwieweit wir selber an unseren Problemen schuld sind.

Jeder, der sich auf Gott und seine Gebote besinnt, kann durch die Botschaft Jesu neue Zuversicht gewinnen. Gott lässt uns nicht alleine. Er möchte uns in der Stille, im Gebet und beim Bibellesen begegnen und uns trösten.

Wir dürfen wissen, dass Jesus sanftmütig ist. Er achtet auf uns, selbst wenn wir am Verzweifeln sind.

Er sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,28+29)

 

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