Kann man mit erlebtem Unrecht fertig werden?

 

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„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,21/Luther 1984).

Dieser Vers ist der Wochenspruch vom letzten Sonntag. Vor mehreren Jahren, war dieser Vers die Jahreslosung. In meinem heutigen Blogbeitrag soll es um diese Worte gehen.
Wie reagieren wir, wenn uns etwas Böses widerfährt? Was tun wir, wenn uns jemand Unrecht tut?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Doch vielleicht wird man sich gedanklich sehr viel mit dieser schlechten Tat eines anderen und mit all den nachteiligen Konsequenzen für einen selbst beschäftigen.

Wer eine Gewalttat erlebt hat, die bleibende körperliche Schäden hinterlassen hat, muss mit den Folgen leben. Manche Gefühle oder sonstige Reaktionen lassen sich nur so erklären.

Welchen Sinn macht da der obige Vers? Ist man nicht ohnmächtig dagestanden – oder vielleicht gelegen – als ein Täter auftrumpfte. Ist wer eigene Machtlosigkeit erlebt nicht in gewissem Sinn schon besiegt und überwunden worden?

Doch wenn es sich nicht gerade um ein Tötungsdelikt handelt, geht das Leben hinterher wieder weiter. Die Frage ist nur wie es weiter geht.

Manche Möglichkeiten sind vielleicht für immer verbaut. Manche Fähigkeiten sind vielleicht auf Dauer verloren gegangen.

Trotz veränderten Lebensumständen und neuen persönlichen Grenzen kann man vielleicht noch gewisse Entscheidungen treffen. Ich meine damit, lasse ich mich restlos von der Trauer und bitteren Gefühlen vereinnahmen? Gibt es noch Dinge über die ich mich freuen kann? Gibt es noch irgendwelche Ideale und Ziele für die ich leben möchte?

Sich vom Bösen überwinden lassen könnte heißen, dass man nur noch über das Böse nachdenkt. Sich vom Bösen überwinden lassen, könnte bedeuten, dass man selber anfängt, es mit Recht und Unrecht nicht mehr so genau zu nehmen.

Das Böse mit Gutem überwinden könnte heißen, dass man trotzdem noch versucht, sich für gute und positive Ziele einzusetzen. Wer versucht anderen in ihren Nöten zu helfen, wird vielleicht auch angesichts der eigenen Probleme ruhiger und gelassener.

Ist das nicht viel verlangt, wenn man zu einem Gewaltopfer einfach sagt, er oder sie solle das Böse mit Gutem überwinden? Ist das nicht vielleicht nur eine neue Last, die man jemandem auferlegt?

Sicherlich sollte man sich gut überlegen, zu welchem Zeitpunkt man einem benachteiligten Menschen welche Ratschläge erteilt. Im Endeffekt kann man nur dann von guter Seelsorge sprechen, wenn ein Rat jemandem wirklich weiterhilft. Wer nicht bereit ist wirklich mitzufühlen, sollte sich mit allerlei Tipps lieber zurückhalten.

Nun, wem hat der Apostel Paulus eigentlich obigen Vers geschrieben? Wem hat er diese Anweisung erteilt? Das waren Menschen, die in Jesus Christus neues Leben und neue Hoffnung gefunden hatten. Er brauchte sie nur einzuladen, auch diese Not ihrem Herrn zu bringen! Der sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!“ (Matthäus 11,28).

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