Aufwachen: Jesu Botschaft an die Gemeinde in Sardes

Tag für Tag sehen wir Werbung. Wir können Vorkehrungen treffen, um weniger Werbung zu sehen. Doch wir können es nicht ganz vermeiden. Im Fernsehen, im Radio, im Briefkasten, im Internet, in den sozialen Medien, überall werden uns Werbetexte oder Werbefilme präsentiert.

Werbeleute überbieten sich gegenseitig mit eingängigen Slogans und Bildern. Sie möchten glaubhaft machen, dass ihr angebotenes Produkt oder ihre Dienstleistung genau das ist, was wir brauchen.

Erst wer auf die Werbung eingeht und bestellt, kann feststellen, ob die geweckten Erwartungen erfüllt werden. Erst kürzlich habe ich etwas bestellt und erhalten. Doch das Putzwerkzeug funktioniert einfach nicht so, wie in dem Film dargestellt. Die Firma hat auf meine Rückfrage nicht geantwortet. Ich kann das Produkt so nicht verwenden. Wahrscheinlich wird es irgendwann im Müll landen. Aber die Firma hat Geld verdient.

Ein Gedanke über christliche Gemeinden und wie sie sich präsentieren

Auch christliche Gemeinden und Organisationen machen Werbung. Viele haben eine eigene Webseite. Viele sind in den sozialen Medien präsent. Sie zeigen leuchtende Bilder und glückliche Gesichter. Sie versprechen ansprechende Programme.

Als Jugendlicher wollte ich mich einer freikirchlichen Gemeinde anschließen. Meine Eltern warnten mich damals: Wenn du kommst, wirst du per Handkuss aufgenommen. Aber wenn es dir einmal nicht mehr gefällt, wirst du womöglich mit einem Tritt in den Hintern verabschiedet!

Freilich war diese Warnung meiner Eltern überspitzt formuliert. Aber können wir wirklich wissen, wie es uns in einer Gruppe gefallen wird, wenn wir die Leute besser kennen lernen?

Wir alle haben Wünsche und Erwartungen. Wir reagieren auf Werbung mit Wünschen und Erwartungen.

Heute schreibe ich über einen Bibeltext, in dem Jesus über seine Wünsche und Erwartungen an eine bestimmte christliche Gemeinde spricht.

In den letzten Wochen habe ich über die sogenannten Sendschreiben in der Offenbarung geschrieben. Heute komme ich zum Sendschreiben an die Gemeinde in Sardes.

Mehr Schein als Sein

Jesus lässt dieser Gemeinde sagen:

„… Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.“ (Offenbarung 3,1b Luther 1984).

MIt anderen Worten sagt Jesus zu diesen Leuten: Ihr präsentiert euch mir auf eine Weise, die den Tatsachen nicht entspricht. Nach außen hin macht ihr große Versprechungen. Aber was ihr sagt, entspricht nicht der Realität.

Sich gegenseitig zurechthelfen

Die Angesprochenen sollen den anderen zurechthelfen. Die Gemeindeleute sollen sich nicht gegenseitig verurteilen und verachten, sondern sich gegenseitig unterstützen und zurechthelfen.

Der Brief ist an den Engel der Gemeinde in Sardes gerichtet. Das griechische Wort „angelos“ kann auch einfach „Bote“ bedeuten. Es ergibt Sinn, anzunehmen, dass Jesus an die Gemeindeleiter dieser Gemeinde schreiben ließ.

Jesus erinnert die Gemeindeleiter an ihre Verantwortung. Sie sollen zuerst selbst wach werden und aufmerksam zuhören, was Jesus ihnen sagen möchte. Dann sollen sie sich an ihre Gemeindeglieder wenden.

Jesus lässt ihnen sagen:

„Werde wach und stärke das andere, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.“ (Offenbarung 3,2 Luther 1984).

Jesus ist mit dem tatsächlichen Verhalten der Gemeinde, ihrem Lebenswandel, nicht zufrieden. Er wendet sich zuerst an diejenigen, von denen er denkt, dass sie am ehesten auf ihn hören.

Vermutlich hat Jesus zuvor auf vielfältige Weise versucht einzelne Gemeindeglieder anzusprechen, sie zu trösten und zu korrigieren. Doch diese haben nicht auf sein Reden reagiert, als wären sie tot.

Jesus sucht Leute, die aufwachen und ein offenes Ohr haben für das, was er ihnen sagen möchte. Wir müssen aufmerksam sein, um auf Jesus zu hören. Wir müssen uns mit den Worten Jesu in der Bibel beschäftigen. Wir müssen bereit sein, uns korrigieren zu lassen.

Zuerst Du selbst, dann die anderen

Jesus möchte zuerst, dass Du selber auf ihn hörst und dich korrigieren lässt. Dann erst kannst Du anderen zurechthelfen.

Dazu fallen mir noch prägnante Worte Jesu aus der Bergpredigt ein:

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch zugemessen werden. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.“ (Matthäus 7,1-5 Luther 1984)

(Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit einer KI erstellt, die WordPress.com für Blogbeiträge zur Verfügung stellt.)

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