Ein Gedanke zum Holocaustgedenktag

In Deutschland erinnern wir uns am 27. Januar an den Holocaust. Der Jahrestag der Befreiung des KZs in Auschwitz wurde in den 90er Jahren zum Holocaust-Gedenktag gemacht.

black metal train rails
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Zu diesem Anlass möchte ich ein paar Gedanken mit Euch teilen. Zunächst zwei Bibelstellen:

Gott spricht: „…ich… will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben.“ (Hesekiel 11,19b Luther 1984).

„Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.“ (Matthäus 24,12 Luther 1984)

Zur Zeit des Nationalsozialismus ist in Deutschland sehr viel Unrecht geschehen. Harte Strafen konnten jeden treffen, der es wagte die politische Führung öffentlich zu kritisieren.

Viele haben sich angepasst, geschwiegen und Kompromisse gemacht. Andere haben Maßnahmen wie die Ausgrenzung und Enteignung der Juden befürwortet oder sich daran beteiligt.

Die alliierten Siegermächte haben in aller Deutlichkeit über das systematische Ermorden von Juden in Gaskammern in Auschwitz berichtet. Jahre zuvor hatten die Nazis die „Endlösung der Judenfrage“ verkündet.

Wo viel Unrecht geschieht, können Herzen hart werden. Viele hatten Angst, dass sie selber in Ungnade fallen könnten. Manche handelten gegen die Stimme ihres Gewissens. Andere beachteten nur noch die Lehren der Nationalsozialisten. Viele bejubelten die Staatsmacht.

Seit dem Kriegsende und der Befreiung von Auschwitz sind nunmehr mehr als achtzig Jahre vergangen. Wir denken, dass wir viel inneren Abstand zu den damaligen Ereignissen haben.

Aber kann es sein, dass unsere Herzen wenn wir an Juden denken oftmals doch noch zu hart sind? Ist die Liebe in uns erkaltet?

Wir erinnern uns an den gewaltsamen Tod von sechs Millionen Juden. Diese Zahl ist ungeheuerlich.

Doch jeder einzelne dieser Menschen hatte eine persönliche Lebensgeschichte, Erfolge oder auch Mißerfolge, Freuden und Kümmernisse. Angesichts von sechs MIllionen ermordeten Juden kann das Mitgefühl für das Schicksal des Einzelnen allzuleicht auf der Strecke bleiben.

Das Ziel eines solchen Gedenktages ist nicht, dass wir uns über unsere Vorfahren erheben und sie verachten sollen. Vielmehr sollen wir lernen in unserer eigenen Zeit wachsam zu sein.

barbed wire fence at auschwitz memorial site
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