„Unser tägliches Brot gib uns heute.“

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Heute möchte ich auf eine weitere Bitte im Vaterunser eingehen, die ich bisher nicht erwähnt habe. Ich behandle das Vaterunser, weil es die Antwort Jesu ist, auf das Ansinnen seiner Jünger, er möge sie beten lehren. In Matthäus 11,29 fordert Jesus uns auf von ihm zu lernen, und Ruhe zu finden. Beten lernen, gehört offensichtlich zu den Unterrichtszielen des Herrn.

„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Jesus ermutigt uns dieses Anliegen Gott vertrauensvoll vorzutragen. An anderer Stelle betont Jesus: „Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ (Matthäus 6,8b).

In seinem kleinen Katechismus erklärt Martin Luther die Bedeutung des Wortes „unser täglich Brot“: „Alles was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und dergleichen.“ Wir können in die Bitte um unser tägliches Brot also auch andere Bedürfnisse einbeziehen.

Ich finde es ermutigend und beruhigend, dass die Bitte um unser tägliches Brot zum Vaterunser gehört. Wenn auch die meisten von uns in Mitteleuropa nicht im wörtlichen Sinn Hunger leiden, so begegnet uns doch trotzdem Leid in vielerlei Gestalt.

Nöte, die uns treffen sind nicht ein allmächtiges Schicksal gegen das man nicht aufmucken darf und das man für immer willenlos hinnehmen muss. Leid ist auch nicht eine unabwendbare Strafe Gottes. Jesus ermutigt seine Jünger, Gott um die Dinge zu bitten, die sie fürs Leben brauchen.

Dabei sagt Jesus auch, wir sollen uns nicht mit Sorgen um Nahrung und Kleidung zermartern. Er ermutigt seine Jünger, dem himmlischen Vater zu vertrauen und spricht: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Matthäus 6,33).

Ähnlich wie im eben zitierten Vers, leitet Jesus auch seine Jünger an, sie sollen zuerst um Anliegen des Reiches Gottes und seiner Gerechtigkeit beten. Das Vaterunser beginnt ja mit den Bitten: „Dein Name werde geheiligt, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden.“ Erst danach folgt die Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“

Bleibt Jüngern Jesu, die das Vaterunser beten, denn jegliche Art von Mangel erspart? Nicht unbedingt. Mir fallen dazu Worte des Paulus ein: „…denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie’s mir auch geht. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut; beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden. Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.“ (Philipper 4,11b-13).

Wer betet und darauf bedacht ist, von Jesus zu lernen, darf darauf vertrauen, dass Jesus ihn nicht alleine lässt, was auch geschehen mag. Gott hat dem Paulus Kraft gegeben. Er kann auch jedem von uns helfen und uns durch Nöte hindurch tragen.

Gott kann Schülern Jesu aus allem was sie erleben, geistlichen Segen erwachsen lassen. Paulus schreibt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ (Römer 8,28).

Die Bitte um unser tägliches Brot ermutigt uns, Gott zu vertrauen, wenn es uns bange ums Herz wird. Andererseits dürfen wir alles was wir haben dankbar als eine Gabe aus Gottes Hand ansehen.

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(Alle Bibelverse in diesem Beitrag habe ich nach der Lutherübersetzung von 1984 wiedergegeben.)

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