Prioritäten richtig setzen

 

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Ich habe dieses Kamel in der Wilhelma Stuttgart ziemlich groß gefunden. Schwer zu übersehen und selbst ein Riese könnte es nicht einfach bei lebendigem Leib versehentlich mitessen und verschlucken!

 

„Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!“ (Matthäus 23,24/Luther 84).

Das ist eine groteske Vorstellung. Jemand gibt sich große Mühe, kleine Tierchen auszusondern und übersieht die großen Tiere.

Wenn jemand aus einer Kleinigkeit eine große Sache macht, kann man in unserem Sprachgebrauch sagen: „Er macht aus einer Mücke einen Elefanten.“ Diese Redensart passt zu den oben zitierten Worten Jesu über die Schriftgelehrten und Pharisäer.

Man stelle sich vor, jemand isst eine Suppe und stellt fest, dass eine kleine Mücke darin herumschwimmt. Die allermeisten von uns würden jedenfalls darauf achten, die Mücke nicht mitzuessen, sollten sie die Suppe überhaupt noch anrühren.

Jetzt wird es aber richtig komisch. Der Mann, der die Suppe isst, lässt sich ein kleines Sieb geben. Er achtet genau darauf, dass er alle die winzigen Insekten aussondert. Gleichzeitig ist er aber so tollpatschig, dass er eine zehn Mal so große Spinne einfach hinunterschluckt! Beide Tierchen gehören nicht in eine Suppe und sind eventuell recht ungesund, wenn man sie verzehrt.

Kann man denn ein Kamel einfach übersehen? Kann man ein Kamel überhaupt verschlucken?

Jesus wirft den Religionslehrern der Juden vor, sie würden das Alte Testament verzerren. Sie würden Hauptgedanken aus dem Gesetz des Mose vernachlässigen und dafür peinlich genau auf kleine Details achten:

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben. Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.“  (Matthäus 23,23/Luther 84).

Die Israeliten sollten den zehnten Teil ihrer Ernte für den Tempeldienst und zur Unterstützung der Priester und Leviten in Tempel abgeben. Jesus erwähnt hier, dass die Pharisäer darauf achten, dass sie auch von kleinen Pflänzchen, die man auch bequem in der Küche ziehen kann, ihren Zehnten gaben. Das ist ja nichts Schlechtes.

Jesus wirft ihnen aber vor, dass sie das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben vernachlässigten. Sie bemühten sich das Gesetz einzuhalten, aber setzten dabei falsche Prioritäten.

Auf diesem Hintergrund kann man verstehen, warum die Apostel später das Gesetz als ein schweres Joch bezeichneten.(Vgl. Apostelgeschichte 15,10). Es ging ihnen um die Art und Weise wie das alttestamentliche Gesetz üblicherweise gelehrt wurde.

Wer Hauptanliegen der Gebote Gottes außer Acht lässt, hört nur zum Schein auf die Weisungen des Herrn. Deshalb ruft Jesus: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir…“ (Matthäus 11,29). Mit anderen Worten: „Achtet doch einmal wirklich darauf, was Gott euch sagen möchte!“

Es kann viele Probleme verursachen, wenn in der Lehre falsche Schwerpunkte gesetzt werden. Das war kein spezifisch jüdisches Problem. So etwas kann auch in der christlichen Gemeinde passieren.

Jesus hob jedenfalls hervor, dass Recht, Barmherzigkeit und der Glaube wichtige Anliegen im Gesetz des Mose seien. Auch wir Christen dürfen an diesen Maßstäben nicht achtlos vorüber gehen.

Christen finden Ruhe Feature

So heißt mein wöchentlicher Hauptbeitrag, der zumeist am Freitag Abend erscheint.

 

2 Gedanken zu „Prioritäten richtig setzen

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