Gedanken über das Publikum eines christlichen Blogs

group of people walking through market

Photo by Min An on Pexels.com

„Einige Philosophen aber, Epikureer und Stoiker, stritten mit ihm. Und einige von ihnen sprachen: Was will dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Es sieht so aus, als wolle er fremde Götter verkündigen: Er hatte ihnen nämlich das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung verkündigt.“ (Apostelgeschichte 17,18/Luther 1984).

Als Paulus während seiner zweiten Missionsreise in Athen war, predigte er nicht nur in den jüdischen Synagogen, sondern auch täglich zu allen, die gerade auf dem Markt waren. Unter seinen Zuhörern waren ganz unterschiedliche Arten von Leuten.

In dieser Woche ist mein Blog fünf Jahre alt geworden. Als ich im Januar 2015 mit meinen ersten Beiträgen an die Öffentlichkeit getreten bin, hatte ich keinen Kreis von Leuten, die mit Sicherheit lesen würden was ich schreibe. Ich schrieb einfach. Vielleicht würde irgendjemand im Internet meine Texte beachten.

Paulus predigte auf dem Markt in Athen zu allen, die gerade zugegen waren. Ich schrieb für Menschen, die gerade im Internet unterwegs sein würden.

Paulus konnte seine Zuhörer sehen und sich überlegen was für Leute es waren. Ich schrieb für völlig unbekannte Menschen.

Heute möchte ich einmal das Publikum des Paulus in Athen mit Zeitgenossen vergleichen, die im Netz herum surfen. Paulus begegnete auf dem Markt in Athen ganz unterschiedlichen Leuten. Im Internet können Menschen mit sehr verschiedenen Ansichten und Erkenntnissen auf meine Texte stoßen.

Manche der Zuhörer des Paulus waren Anhänger bestimmter philosophischer Denkrichtungen, Stoiker und Epikureer. Viele Leute, die christliche Texte im Internet entdecken, werden diese anhand ihrer eigenen Weltsicht bewerten.

Paulus sprach zu Anhängern anderer Religionen. Manche stellten nur fest, dass er wohl über irgendwelche fremdartigen Gottheiten spräche. Auch unter meinen Lesern wird es Menschen geben, die festgefügte religiöse Ansichten haben und die lediglich vergleichen, ob ich dasselbe sage wie sie sonst zu hören gewohnt sind.

four woman at the conference room

Photo by Christina Morillo on Pexels.com

Dann gab es Leute, die sprachen: „Was will dieser Schwätzer sagen?“ Sie dachten nicht zuerst über die Inhalte der Predigt des Paulus nach. Sie wollten wissen, was Paulus für ein Mensch war.

In der Blogosphäre sind emotional geschriebene Texte hoch im Kurs. Youtuber, die irgendwelche Ansichten und Erkenntnisse markig zum Ausdruck bringen, bekommen viel Zulauf. Für viele ist der Ton entscheidend wie etwas gesagt wird. Viele suchen nach etwas was sie auf der Gefühlsebene anspricht.

Mir scheint, man kann das Publikum des Paulus in Athen mit unserem Publikum im Internet vergleichen. Paulus ist es damals gelungen, Menschen anzusprechen. Einige fanden zum Glauben an Jesus Christus.

Andere hörten ihm eine Weile zu bis er etwas sagte, worüber sie sich dann lustig machten. Manche wollten die Sache auch vertagen und sagten, er solle ein anderes Mal wieder über dieses Thema sprechen.

In den letzten 5 Jahren habe ich vieles geschrieben. Manche meiner Beiträge haben aufeinander aufgebaut und so ein Thema etwas breiter entfaltet. Trotzdem frage ich mich manchmal, ob ich alles gesagt habe, was gesagt werden müsste.

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Photo by Ishay Botbol on Pexels.com

Theologisch gesehen, habe ich bestimmte Schwerpunkte gesetzt. Aber würde jemand, der sonst nicht allzu viele Vorkenntnisse hat aus meinem Blog alles verstehen können, was man wissen muss, um zum Glauben zu finden und als Christ zu leben?

Ich habe mich bemüht, allgemeinverständlich zu schreiben. Aber ist es mir gelungen, allen Arten von Leuten deutlich zu machen, was das wesentliche am christlichen Glauben ist?

Ich möchte auch weiterhin versuchen, verständlich zu machen, worum es im christlichen Glauben geht. Auch in Zukunft soll ein Ziel meines Blogs sein, deutlich zu machen, wie man im Glauben an Jesus Christus zur inneren Ruhe finden kann.

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Photo by Huy Phan on Pexels.com

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2 Gedanken zu „Gedanken über das Publikum eines christlichen Blogs

  1. Oh ja,

    die Motivation, die Vermittlung von Inhalten und die von dir in den Vordergrund gestellte Frage: Wer liest denn da und was ist der „Background“, die Philosophie oder der Geist desjenigen, der da deine Worte liest.

    Die Frage stellen sich seit „Ur“-Zeiten auch diejenigen, welche da etwas „transportieren“ mögen.
    Meist passen wir Menschen uns dem Zeitgeist an und wie es scheint, sind derzeit Emotionen ganz klar im Vorteil, die Erkenntnis steht da nicht so hoch im Kurs (ganz abgesehen von anderen implizierten bis kreierten Widersprüchen und Verwirrungen). Leider steigen da auch gante „Gruppen von Denominationen“ darauf ein, obwohl uns die Bibel mehrfachst, wie exakt aufführt und warnt, wohin dann die Reise geht …

    Doch was schweife ich da ab, obwohl besonders essentiell und auch durch deine Worte angetriggert …
    Tja, so bleibt die Frage nach der Motivation des geneigten Lesers und was er denn vielleicht hier mitnehmen kann.
    Was kann ich da für mich mitnehmen? Gerne schaue ich auf einem „Christlichen Blog“ vorbei, bin neugierig und möchte meinen Horizont erweitern – und auch, Brüder im Geiste finden. Da ist das Medium Blog ja ein wenig limitiert, doch als Inspiration, als Ort des „Anstubsens“ ist es dann nicht verkehrt – auch bei dir hier vorbei zu schauen.

    Was mich derzeit insbesondere antreibt ist, wo finden sich denn diese Brüder und Schwestern im Glauben und vorallem in Tun, am Liebsten im gemeinsamen Tun
    und wie kann man da aktiv zueinander finden?

    Hab Dank für deinen Impuls hier, mal schauen, was da an Echo noch kommen mag!

    Alles Liebe,
    Raffa.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Raffa, danke für Deinen ausführlichen Kommentar und dass Du gerne auf so einem Blog vorbeischaust. Du hast ziemlich viel geschrieben und so wusste ich nicht gleich was antworten. In einem persönlichen Gespräch hätte ich wahrscheinlich schon bald irgendwelche Rückfragen gestellt, um genauer zu verstehen, was Du meinst.

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