Begangenes Unrecht trennt von Gottes Segnungen

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„Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern noch mein Leben mit den Blutdürstigen an deren Händen Schandtat klebt und die gern Geschenke nehmen.“ (Psalm 26,9+10/Luther 1984).

Es ist eine Realität, dass viele Menschen auf dieser Welt nicht nach Gott und seinen Geboten fragen. Es gibt Leute, denen viele Mittel recht sind, wenn sie bestimmte Ziele erreichen möchten. Wenn sie auch nicht im wortwörtlichen Sinne „über Leichen gehen“, so verzichten manche doch darauf Rücksicht auf legitime Rechte ihrer Mitmenschen zu nehmen.

Am 9. Oktober 1938 geschahen in Deutschland schreckliche Dinge. Die von den Nazis propagierte Judenfeindlichkeit erreichte einen bis dahin neuen Höhepunkt. Im ganzen Land gab es von der S.A. organisierte Übergriffe auf Juden und auf ihren Besitz.

In der Backnanger Kreiszeitung stand vor ein paar Tagen ein Artikel über die Pogromnacht in Stuttgart. Die Polizei hatte Anweisung nicht gegen das Unrecht einzuschreiten. Der Feuerwehrkommandant lieferte das Benzin, mit dem die Synagogen in Brand gesteckt wurden. Die Feuerwehrleute durften nicht löschen. Sie sollten lediglich verhindern, dass das Feuer auf andere Häuser übergreift. – Freilich gab es in dieser Nacht auch körperliche Misshandlungen gegen Juden, rassistische Verhaftungen und Plünderungen.

All das ist jetzt achtzig Jahre her. Für betroffene Opfer – soweit sie noch am Leben sind – waren diese Ereignisse ein tiefer Einschnitt in ihrem Leben. Vielleicht kommt es ihnen manchmal so vor, als sei das alles sei erst „gestern“ passiert. Erinnerungen werden auch durch alles, was noch folgen sollte, überlagert.

Achtzig Jahre, das ist eine lange Zeit. Damals ließen sich viele Deutsche von der Nazipropaganda aufstacheln und mitreißen. Wenn wir uns an diese Ereignisse erinnern, so sollten sie für uns heute eine Mahnung sein. Es ist gefährlich, wenn Menschen Gottes Gebote sowie Recht und Unrecht aus den Augen verlieren, um irgendwelchen aufgeheizten Stimmungen nachzujagen.

Wir Deutsche haben uns damals gegen die Juden schwer versündigt. Wir haben Gottes Gebote übertreten. Wir haben uns zugunsten von Gewalt und Unrecht von Gott abgewendet.

Vermutlich ist es auch eine Folge der damaligen Ereignisse, dass viele unserer Zeitgenossen in Deutschland mit dem christlichen Glauben nicht mehr viel anfangen können. Damals wurden christliche Werte und menschliches Mitgefühl mit den Füßen getreten. Der Zugang zum süßen Trost des Evangeliums wurde durch böse Taten verschüttet.

Wer etwas vom Frieden und der Ruhe Gottes erleben will, muss zuerst zu Gott umkehren. Das beginnt damit, dass man anerkennt, dass böse Taten Gottes Strafe verdienen.

Der Psalmist betet: „Raffe mein Leben nicht hin mit den Sündern noch mein Leben mit den Blutdürstigen.“ – Ein gerechter Gott wird Unrecht zu seiner Zeit und auf seine Weise bestrafen.

Wie soll man sich verhalten, wenn man mit bösen Taten anderer konfrontiert wird? Der Volksmund sagt: Mitgegangen, mit gehangen. Es kann immer sein, dass auch Mitläufer und Sympathisanten vor Gericht gestellt werden.

Ein erster Schritt der Umkehr ist, sich neu auf Gott und seine Gebote zu besinnen. Wer Unrecht tut, hat Gottes Strafe verdient. Es ist besser, sich beizeiten auf Gottes Seite zu stellen, als sich von denen, die Böses im Schilde führen, mitreißen zu lassen.

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