„Aber mein Herz fürchtet sich nur vor deinen Worten.“

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„Fürsten verfolgen mich ohne Grund, aber mein Herz fürchtet sich nur vor deinen Worten.“ (Psalm 119,161/Luther 1984).

Menschen in gehobener Stellung, Menschen, die Macht haben, können einem schon zusetzen. Aus dem 119. Psalm erfahren wir nicht was das für Fürsten waren, von denen der Psalmist spricht. Es könnten vornehme Israeliten oder auch Heiden gewesen sein, die zu der Zeit über Israel herrschten.

Manchmal verfolgen Vertreter der Obrigkeit Menschen mit gutem Grund, z.B. wenn die Polizei versucht, einen flüchtenden Bankräuber doch noch zu erwischen. Der Autor des 119. Psalms stellt aber fest, dass diese Fürsten ihn ohne Grund verfolgten. Er hatte nichts Böses getan.

Auch heute werden in vielen Ländern an Jesus gläubige Menschen ohne Grund verfolgt. Sie haben nichts Böses getan.

Jesus sagt: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.“ (Matthäus 5,11). Freilich sollte man hier den letzten Satzteil nicht übersehen: „wenn sie damit lügen“.

An Pfingsten war der Geist Gottes auf die Jünger gekommen. Aus einer verängstigten, zurückgezogenen Gruppe wurden mutige Zeugen für Jesus. Sie besuchten regelmäßig den Tempel und waren bereit über Jesus zu sprechen wie sich Gelegenheit ergab.

Die religiösen Oberen aber sahen es nicht gerne, dass jemand über Jesus predigte. Einmal nahmen sie Petrus und Johannes fest und vermahnten sie, sie sollten nicht mehr in diesem Namen sprechen.

Die Apostel waren zutiefst davon überzeugt, dass sich die großen Hoffnungen Israels in Jesus Christus erfüllten. Der Auferstandene Herr hatte ihnen die Heiligen Schriften erklärt. Der Geist Gottes war mit ihnen. Gerade war ein gelähmter Mann im Tempel geheilt worden.

Petrus und Johannes ließen sich durch das Verbot der religiösen Oberen nicht einschüchtern. (Die römischen bzw. die von Rom ernannten Machthaber hatten manchmal Einfluss darauf genommen, wer im Hohen Rat das Sagen haben sollte.)

„Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apostelgeschichte 4,19+20).

Auch der Verfasser des 119. Psalms ließ sich von jenen Machthabern, wer auch immer diese waren, nicht einschüchtern. Dabei ist er aber nicht einfach arrogant. Es ist ihm tatsächlich sehr wichtig, dass er auf Gottes Worte achtet. Wer diesen langen Psalm liest wird ständig darauf aufmerksam gemacht, wie wertvoll für den Psalmisten Gottes Worte, seine Satzungen, sein Gesetz, seine Zeugnisse und seine Ordnungen sind.

„Fürsten verfolgen mich ohne Grund; aber mein Herz fürchtet sich nur vor deinen Worten.“ Er vertraut auf Gott. Deshalb ist es für ihn gerade in Schwierigkeiten besonders wichtig, dass er wirklich darauf achtet, was Gott von ihm möchte.

Grundlegende Gebote sind die zehn Gebote, das Gebot Gott von ganzem Herzen zu lieben und das Gebot unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst. – Menschen versuchten dem Psalmisten Respekt einzuflößen. Er sagt aber, er fürchtet in erster Linie Gottes Wort.

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