„Is it peace?“ – „Was willst du von mir?“ – Gedanken zur Jahreslosung 2019

 

„Suche Frieden und jage ihn nach!“(Psalm 34,15/Jahreslosung für 2019)

In meinem Alltag sehe ich viele Hunde. Auch Hunde fragen sich: „Was will wohl dieser Mensch von mir? Kommt er in friedlicher Absicht? Meint er es gut mit mir?“

Aber lassen wir eines dieser Tiere für sich selbst sprechen:

„Ich heiße Bello. Ich bin schon fast erwachsen. Manche Menschen denken wohl, Hunde seien dumm. Aber das stimmt nicht. Mein Wortschatz ist eigentlich gar nicht so klein! Dazu gehört „Wau!“, „Wuf!“, „Uh!“ oder auch ein Knurren.

Dabei  hört sich das einfacher an, als es ist. Was ich tatsächlich sagen will, ergibt sich aus der Situation. Es empfiehlt sich, auch auf meinen Tonfall zu achten. Auch durch meine Körperhaltung zeige ich was ich meine.

Ich lebe auf einem Bauernhof. Da gefällt es mir eigentlich ganz gut. Das ist mein Leben. Ich bekomme immer genügend zu fressen.

Ich habe schon viele Abenteuer erlebt. Manchmal kommen andere Tiere vorbei. Auch Menschen tauchen plötzlich auf.

Ich frage mich immer, was die wohl von mir wollen und ob sie in friedlicher Absicht kommen. Nicht immer weiß ich gleich woran ich bin.

Natürlich habe ich so meine Bekannten. Ich mag es, wenn man mich akzeptiert. Ich mag es, wenn man mich gern hat. 

Manchmal beunruhigt es mich, wenn Fremde Menschen kommen. Ich weiß einfach nicht recht, was die von mir wollen. Manche sehen so abweisend, mürrisch und gebieterisch aus. Da bin ich lieber vorsichtig!“

Sind das nur die Gedanken eines Hundes?

Auch Menschen wissen nicht immer woran sie sind, wenn ihnen neue Leute begegnen. Auch wir fragen uns. „Worauf lasse ich mich da wohl ein? Wird mir dieser Kontakt gut tun? Oder werde ich diese Person eher als schwierig und als eine Belastung erleben?“

In solche Gedanken hinein spricht der Vers aus dem unsere Jahreslosung stammt: „Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15/Luther 1984).

Wer die Bibel liest kann daraus lernen, dass Friede ein hohes Gut ist. Mir scheint, die Juden haben das irgendwie begriffen. Auf Hebräisch begrüßt man sich mit „Schalom – Friede sei mit dir“. Das ist als würden wir zu jemandem sagen, der uns begegnet: „Ich meine es gut mit dir! Ich möchte, dass es dir gut geht!“

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