Erinnerungskultur, aus der Geschichte lernen, das sind Begriffe, die man auch heute noch manchmal hört.
In eine ähnliche Richtung zielt der Satz: „Es gibt nichts neues unter der Sonne.“ Das will heißen: Alles was geschieht ist schon einmal dagewesen. Freilich braucht es ein gewisses Wissen um frühere Ereignisse mit heutigen vergleichen zu können und um daraus etwas zu lernen.
Der Satz „Es gibt nichts neues unter der Sonne.“ stammt übrigens aus der Bibel aus dem Buch Prediger. Dort geht es freilich nicht zuerst um Politik, sondern um Kreisläufe in der Natur. Diese Kreisläufe in der Natur sind dann aber eine Grundlage für die Gedanken des Predigers über das Leben der Menschen.

Wer sich nicht an Früheres erinnert, lebt nur im Hier und Jetzt. Wer sich nicht an Früheres erinnert, wird sich schwertun, wenn es darum geht Zusammenhänge des Lebens zu verstehen. Wer sich nicht an Früheres erinnert, wird womöglich sinn- und ziellos vor sich her leben.
Heute möchte ich gerne ein paar Gedanken über ein alttestamentliches Fest mit euch teilen. Es war ein fröhliches Fest, das die Sinne ansprach. Das Fest sollte den Israeliten helfen, sich an eine bestimmte Zeit in der Geschichte ihres Volkes zu erinnern.
Ich meine das Laubhüttenfest. Das Laubhüttenfest war einerseits ein Erntedankfest. Andererseits sollten sich die Israeliten dabei an eine Zeit erinnern, als ihre Vorfahren nach dem Auszug aus Ägypten durch die Wüste wanderten.
Das Leben in der Wüste ist ein entbehrungsreiches Leben. Damals waren die Israeliten Flüchtlinge und Nomaden. Sie hatten keinen festen Wohnsitz, kein Land und mussten von dem leben was sie in der Wüste fanden.
Freilich hatten die Israeliten damals auch keine festen, gemauerten Häuser. Sie mussten in Zelten und in Hütten leben.

Vom Laubhüttenfest ist schon in den fünf Büchern Mose die Rede. Nachdem Jerusalem die Hauptstadt Israels war und seit dort der Tempel Gottes stand wurde dieses Fest in Jerusalem gefeiert.
Die Israeliten gingen für einige Tage nach Jerusalem. Dort lebten sie in provisorischen Hütten aus Baumästen und Palmenzweigen. Man könnte das Fest mit einem Campingurlaub vergleichen.
Auf diese Weise erinnerten die Israeliten sich an eine Zeit, als es ihren Vorfahren noch nicht so gut ging wie ihnen heute. Sie verbrachten die Tage in Jerusalem, um Gott für ihr sesshaftes Leben und vor allem für ihre Ernte zu danken.
Freilich wussten sie auch darum, dass Gott ihre Väter auch damals in der Wüste vor vielem Unheil bewahrt hatte. Gott hatte sie damals auf vielfältige Weise versorgt.

Wir in Deutschland genießen heutzutage ein hohes Maß an Wohlstand. Trotz allem geht es uns ziemlich gut.
Würde es uns manchmal gut tun, wenn wir uns an schlechte oder schwierige Zeiten erinnern würden? Als ich Kind war, gab es noch viele Erwachsene, die die Nachkriegszeit selber miterlebt hatten. Man konnte leicht etwas über zerbombte Häuser und über spärliche Lebensmittelzuteilungen erfahren.
Vielleicht wären wir heute dankbarer und zufriedener, wenn wir an solche Zeiten zurückdenken würden. Vielleicht wären wir auch vorsichtiger und klüger, wenn wir über Kriege und Kriegsgeschrei nachdenken.

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