Niedrigkeit

kleine Vögel, Blüten 014

„Und Maria sprach: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. … Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.“ Lukas 1,46-48a+52/Luther 1984).

Diese Verse gehören in den Zusammenhang der Weihnachtsgeschichte. Ein Engel hatte Maria angekündigt, sie würde einen Sohn gebären, mit dem Gott besondere Pläne verfolgte. Nun hatte sie eine Verwandte aufgesucht. Der Engel hatte ihr gesagt, diese Verwandte sei trotz ihres Alters schwanger geworden.

Als die beiden sich begrüßten, bewegte sich das Baby im Leib dieser schwangeren Frau. Sie wurde vom Heiligen Geist erfüllt. Sie sagte:

„Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt! Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.“ (Lukas 1,42-45).

Daraufhin  fing Maria an, Gott zu loben. Die nächsten neun Verse sind bekannt als der Lobgesang Marias.

Der Engel, der der Maria ein paar Tage zuvor erschienen war, hatte ihr gesagt, sie würde einen Sohn gebären und „Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“ (Lukas 1,32+33).

Möglicherweise hat Maria diese Worte damals noch nicht so verstanden wie wir sie heute im Rückblick verstehen können. Es war ihr aber deutlich geworden, dass Gott durch den Sohn, den sie gebären sollte, gute Pläne für das Volk Israel verfolgte. Gott wollte Maria gebrauchen, um seine Verheißungen an das Volk, mit dem er sich einst verbündet hatte, zu erfüllen.

Maria ließ sich auf die ihr durch den Engel überbrachte Botschaft ein. Sie war bereit, ein Teil der Pläne Gottes zu werden.

Trotz dieser großen Ankündigungen blieb Maria innerlich eine einfache Frau. Sie überhob sich nicht. In ihrem Lobgesang sagte sie, Gott habe ihre „Niedrigkeit“ angesehen und sie bezeichnet sich als eine „Magd“ des Herrn.

Ein paar Verse weiter spricht sie davon, dass Gott „Niedrige“ erhebt. Dabei dachte sie natürlich an ihr eigenes Erleben. Sie kam aus einfachen, schlichten Verhältnissen, aber Gott hatte sich ihr zugewandt. Er wollte sie und die Frucht ihres Leibes gebrauchen, um seine Heilspläne zu erfüllen.

Etwa dreißig Jahre später sagte der von ihr geborene Sohn über sich selbst, er sei „von Herzen demütig“. (Matthäus 11,29). In der deutschen Sprache sind die Worte ‚niedrig‘ und ‚demütig‘ zwar irgendwie sinnverwandt, aber wir bringen sie nicht unbedingt miteinander in Verbindung. Im Griechischen wird an beiden Stellen aber das gleiche Wort bzw. der gleiche Wortstamm verwendet.

Auch Jesus blieb Zeit seines Lebens ein schlichter, einfacher Mensch, der in gewöhnlicher Kleidung überwiegend zu Fuß umherzog. Er war ein Prediger, der dem einfachen Volk das Wort Gottes erklären konnte. Er hatte ein offenes Ohr und ein offenes Herz für die Anliegen der Armen und Kranken.

DSCF1450BLTMOP

2 Gedanken zu „Niedrigkeit

  1. Pingback: Herbstliche Eindrücke und Gedanken über Demut | Christen finden Ruhe

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s