Überlegt und besonnen

Allgäu-Weite 2012 052

 

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7/Luther ’84).

Wer sein Leben Jesus anvertraut, empfängt den Heiligen Geist. Wer Kontakt mit Jesus hält, lässt sich von ihm beeinflussen. Wer auf Jesu Worte eingeht, lernt etwas von der Gesinnung des Herrn.

In Matthäus 11,29 betont Jesus, dass er sanftmütig ist. Jesus lädt uns ein von ihm zu lernen. Dabei werden wir auch anfangen, diese Einstellung Jesu zu übernehmen.

Letzte Woche haben wir aus dem Wikipedia Artikel gesehen, dass aufbrausend, jähzornig oder aggressiv das Gegenteil von sanftmütig ist. Aus dem obigen Bibelvers können wir erahnen, dass unkontrollierter, ungerechter Zorn keinesfalls eine Eigenschaft des Heiligen Geistes ist. Der Geist Gottes wird hier als ein Geist der Liebe und der Besonnenheit bezeichnet.

Angst und Furcht kann zu voreiligen, unüberlegten Handlungen verleiten. Dabei gibt es ganz verschiedene Arten von Angst. Es gibt die Angst um Leib und Leben im Katastrophenfall. Es gibt die Furcht, man könnte an Ansehen verlieren. Andere kennen eine unbestimmte Angst, dass etwas Schlimmes passieren könnte.

Im Gegensatz zur Furcht ist der Geist, den Gott einem Jesusgläubigen gibt, ein Geist der Kraft. Wo wir uns sonst hilflos oder überfordert fühlen könnten, dürfen wir wissen: Gott hat Kraft. Er ist der Herr. Er hat Mittel und Wege.

Manchmal können Angst und Jähzorn nah beieinander liegen. Man möchte nicht untätig sein. Man überspielt andere Gefühle und geht unmittelbar zum Angriff über.

Sanftmütiges Verhalten wird manchmal als Hilflosigkeit ausgelegt. Wer ernst genommen werden will, muss sofort die Zähne zeigen. Man muss sich durchsetzen, womöglich egal wie.

Menschen kommen in Situationen, die ihre eigenen Kräfte und Möglichkeiten übersteigen. Durch schnelles Handeln kann man sich Respekt verschaffen. Doch unüberlegte Aktionen können auch dazu führen, dass alles noch komplizierter wird.

Jesus sagt: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Matthäus 11,29). Wer sich in Jesu Pläne für diese Welt einfügen lässt, ist auch in schwierigen Situationen nicht auf sich allein gestellt. Wer Jesus vertraut, kann ein Maß an innerer Ruhe und Gelassenheit erleben, denn er weiß: Gott ist bei mir.

Wer mit Jesus lebt, entwickelt eine neue Lebenseinstellung. Selbst angesichts von echten Problemen braucht ein Gläubiger sich nicht von Furcht überwältigen zu lassen.

Es gibt Umstände und Schwierigkeiten, die man nicht leicht ändern kann. Doch manchmal liegt in der Art wie wir gedanklich und emotional darauf reagieren ein Tor der Hoffnung. Wer inneren Abstand gewinnt, bekommt eine neue Sichtweise.

Jesus ist der Herr. Bei ihm können wir innere Ruhe und inneren Frieden finden. Er ist größer als unsere Probleme. Wer ihm vertraut, kann es sich leisten, ruhig und sanftmütig zu sein. Er bewirkt in uns ein Wissen um Gottes Kraft. Er lehrt uns unsere Mitmenschen zu lieben. Er lehrt Selbstbeherrschung und Besonnenheit.

 

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4 Gedanken zu „Überlegt und besonnen

  1. Wenn das alles nur soooo einfach wäre!!!
    Ich wurde 2002 bei den Baptisten getauft, und hatte niemals Probleme Jesus als den Sohn Gottes anzuerkennen. Und ich glaubte fest daran, dass der Weg, den Jesus aufzeigt, der absolut richtige ist.
    Doch den Heiligen Geist fand ich immer nur dann in mir, wenn ich mich zur Ruhe zwang, oder Ruhe in mir war wie z.B. unmittelbar nach dem Aufwachen oder Einschlafen – also wenn mein Geist müde war oder wurde. Da fand ich Einflüsterungen, die mir das Gefühl gaben, dass sie nicht von dieser Welt sind.
    Doch sowohl die Angst, als auch die Furcht haben mich nie verlassen. Sie regierten mein ganzes Leben und tun es noch heute.
    Was also bitte habe ich falsch gemacht, dass die Angstfreiheit niemals kontinuierlich Platz in mir einnahm?

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  2. Danke für diesen Kommentar. Da könnten wir vermutlich ein längeres Gespräch beginnen. So viele interessante Aussagen. Ich würde mir manches ausführlicher erzählen lassen. Dann würde ich auch noch Rückfragen stellen. Eine Frage wäre zum Beispiel: Muss man eigentlich ganz angstfrei sein? Hat die Angst nicht vielleicht manchmal auch gute Seiten?

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  3. Von „ganz angstfrei“ spreche ich nicht, sondern davon, dass die Angst kontinuierlich in meinem Herzen reagiert, und kein Gott dieses Universums offensichtlich imstande ist, sie mir zu nehmen.
    Es heisst doch im Neuen Testament, dass wir mit Jesus Frieden finden werden, doch keiner von den vielen Menschen in der Baptistengemeinde hatte den wirklich gefunden…..erinnere ich mich jetzt.
    Sie alle hatten Zorn, Angst und Unzufriedenheit in ihren Herzen – sie taten nur so, als wenn sie das alles nicht hätten.
    Also irgendwas stimmt da doch ganz und gar nicht…..

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  4. Solange wir Menschen sind, haben wir menschliche Gefühle. Emotionale Reaktionen auf irgendwelche Umstände gehören zum Menschsein dazu. Solche Gefühle können uns helfen, dass wir uns orientieren. Freilich haben wir einen gewissen Einfluss darauf wie wir auf diese Gefühle reagieren und was wir daraus machen.

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