Wie kann man anderen helfen, Gott zu vertrauen?

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„Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.“ (Matthäus 5,5/Luther 1984).

 

Das ist wohl einer der bekanntesten Bibelverse, in dem das Wort „sanftmütig“ vorkommt. Im Rahmen meiner Serie über die Seligpreisungen habe ich schon einmal über diesen Vers geschrieben: Freundlich und bescheiden.

Als Jesus anfing öffentlich aufzutreten, verkündete er: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ (Matthäus 4,17b). Im Markusevangelium ist diese Botschaft in die folgenden Worte gefasst: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ (Markus 1,14).

Die Hoffnung auf das Reich Gottes mischte sich bei den Juden mit der Erwartung, Gott würde das Reich Israel wieder zu einstiger Unabhängigkeit und Größe führen. In vielen Situationen im täglichen Leben merkten sie, dass ihr Land von den Römern besetzt war.

Wenn wir im Alten Testament lesen, erfahren wir, dass die Israeliten oft im Blick auf diesseitige Anliegen auf Gottes Hilfe hofften. Freilich hatte ihnen Gott auch verheißen, wenn sie sich an seine Gebote halten würden, würde er ihnen in ihrem irdischen Leben helfen und ihnen beistehen. (Vgl. 5. Mose 28).

Wenn Jesus sagte, das Himmelreich bzw. das Reich Gottes sei nahe herbeigekommen, stellte sich eine naheliegende Frage: Was können oder sollen wir tun, um diesem Reich zum Durchbruch zu verhelfen?

Bekanntlich gab es damals im Judentum auch solche, die erwägten, ihr Land mit Waffengewalt von den Römern zu befreien. Hatte es nicht in der Geschichte Israels immer wieder Helden gegeben, die erstaunliche militärische Siege erlangt hatten?

Im Vaterunser beten wir: „Dein Reich komme.“ Aber was können wir heute sonst noch tun, damit wieder mehr Menschen an Gott glauben? Manche sehnen sich nach Zeiten zurück, als die Kirchen im öffentlichen Leben mehr Einfluss hatten. Wäre es nicht gut, wenn man den Glauben durch erzieherische oder politische Maßnahmen wieder mehr durchsetzen könnte?

Aber kann man eigentlich mit menschlicher Macht erreichen, dass andere an Gott glauben? Kann man andere dazu zwingen, Gott zu vertrauen? Ist ein erzwungenes Vertrauen überhaupt echtes Vertrauen?

Auch der Prophet Sacharja lebte und wirkte in einer schwierigen Zeit. Nach der babylonischen Gefangenschaft, war es Juden wieder erlaubt worden, sich im Heiligen Land anzusiedeln. Trotzdem hatten sie viele Schwierigkeiten. Sie hatten viele Gegner, als sie ihre Städte und den Tempel wieder aufbauen wollten.

Das folgende ermutigende Wort stammt aus dem Buch Sacharja. „Und er antwortete und sprach zu mir: Das ist das Wort des Herrn an Serubbabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“ (Sacharja 4,6). Die Juden sollten auf Gottes Hilfe hoffen.

Wie soll Gottes Reich kommen? Es soll durch Gottes Geist geschehen. Wir sollen uns neu auf Gottes Gebote und Wege besinnen. Jesus sagt, dann werden auch die Sanftmütigen werden das Land besitzen.

 

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10 Gedanken zu „Wie kann man anderen helfen, Gott zu vertrauen?

  1. Danke für die anschaulichen und derzeit notwendigen Worte.
    Die Frage ist, was wir tun dürfen/können –
    gerade im Zeitalter, wo Buße so vielen so schwer fällt, weil sie im Besonderen mit der „kognitiven Dissonanz“ verkettet sind.

    Haben wir Mut,
    Raffa.

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  2. Ja vielleicht wäre eine Beispielgeschichte gut gewesen. Aber dann wären meine Beiträge vermutlich länger. Aber mein GEdanke ist trotzdem recht einfach: Durch Freundlilchkeit und Sanftmut kann man unter Menschen viel eher Vertrauen gewinnen, als durch Härte. Zum Beispiel haben Kinder vor einem sehr strengen Lehrer vielleicht viel REspekt. Aber ob Kinder dann auch Vertrauen haben, um über ihre Sorgen, Gefühle und Gedanken zu reden ist nicht sicher. Ich vertraue, wenn ich denke, dass jemand versteht, was mir wichtig ist. – Passt das als Antwort?

    Gefällt 1 Person

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